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Mika Kaurismäkis neuer Kinofilm „Gracious Night“ eröffnet das 30. FILMKUNSTFEST MV

"Gracious Night" © Arsenal Filmverleih
"Gracious Night" © Arsenal Filmverleih

Der finnische Regisseur Mika Kaurismäki, „Gracious Night“ stellt dem Schweriner Publikum den Film persönlich am 31. August vor und setzt damit auch den Startpunkt für ein umfangreiches Programm aus dem diesjährigen Gastland Finnland.

Dazu werden auch die Botschafterin Finnlands in Deutschland, Anne Sipiläinen, und die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, erwartet. Für die musikalische Umrahmung sorgt Ulrich Tukur mit seinen Rhythmus-Boys.

In „Gracious Night“ (Originaltitel: „Yö Armahtaa“) erzählt Mika Kaurismäki von drei Menschen, die sich während des Lockdowns auf der Suche nach Geselligkeit in einem Lokal in der finnischen Hauptstadt Helsinki einfinden, dessen Existenz wegen der Pandemie auf der Kippe steht. Nicht nur wegen der Gespräche, sondern auch wegen weiterer unerwarteter Gäste wird der Abend länger als gedacht. Einmal mehr beweist Mika Kaurismäki mit „Gracious Night“ sein Gespür für aktuelle Themen und Atmosphäre. Mika Kaurismäki verkörpert seit den achtziger Jahren zusammen mit seinem Bruder Aki quasi den zeitgenössischen finnischen Film. Gedreht wurde „Gracious Night“ in dem Lokal, das die Brüder in Helsinki betreiben: der Corona-Bar!

Der Arsenal Filmverleih wird den Film am 16. Dezember in Deutschland starten.

Mit einer Reihe ungewöhnlicher Kurz- und Spielfilme wie etwa dem Thriller „Helsinki-Napoli – All Night Long“ von 1988 oder dem Road-Movie „Honey Baby“ von 2004, vor allem aber mit zahlreichen Musik-Dokumentarfilmen, die er teils in seiner Wahlheimat Brasilien drehte (wie „Brasileirinho“, 2005) erwarb sich Mika Kaurismäki den Ruf als außerordentlich vielseitiger Autorenfilmer des Weltkinos.

Weitere aktuelle finnische Spielfilme im Programm des 30. FILMKUNSTFESTs MV sind das Generationenporträt „Gesellschaftsspiele“ („Games People Play“) von Regisseurin Jenni Toivoniemi, in der das Wiedersehen von acht Jugendfreunden aus dem Gleichgewicht gerät und Rivalitäten, Spannungen und alte Rechnungen auf die Tagesordnung kommen, und die Tragikomödie „Der Waldriese“ („Forest Giant“) des Regisseurs Ville Jankeri. Es geht um den Aufsteiger Pasi, der eine hoffnungsvolle Karriere in einem internationalen Holzkonzern begonnen hat, und ausgerechnet in der Fabrik in seinem Heimatdorf Entlassungen vornehmen soll. Das Drama „Die Letzten“ („The Last Ones“) des aus Estland stammenden Regisseurs Veiko Öunpuu wirft ein kritisches Schlaglicht auf das Leben der finnisch-lappländischen Minderheit in den Dörfern der Tundra und das konfliktreiche Verhältnis zwischen Rentierhaltern und Minenarbeitern unter harten Arbeitsbedingungen.

Das fesselnde Künstlerdrama „Tove“ von Regisseurin Zaida Bergroth erzählt aus dem ungewöhnlichen Leben der Kinderbuchillustratorin Tove Jansson (1914-2001), der Erfinderin der weltberühmten Zeichenfiguren, den Mumins, die sich bis heute großer Popularität erfreuen. (Verleih Salzgeber)

Auch der finnische Architekt Alvar Aalto (1898–1976) zählt zu den berühmtesten Kreativen des nordeuropäischen Landes. Die Regisseurin Virpi Suutari illustriert in „Aalto“ anhand einer Reise zu den eindrucksvollsten Aalto-Bauten in aller Welt die besondere Bedeutung Aaltos als Wegbereiter der Moderne – aber auch seiner Frau Aino Aalto (1894–1949), dessen künstlerisches Wirken bisher im Schatten ihres Mannes stand. (ebenfalls bei Salzgeber)

Die Dokumentation „Natursinfonie“ des bereits mehrfach preisgekrönten Naturfilmers Marko Röhr, konzentriert sich ohne Kommentierung ganz auf beeindruckende Bilder der faszinierenden finnischen Flora und Fauna und wird als Open-Air-Vorführung im Hof des Schweriner Schlosses präsentiert. Vorgestellt wird der von sinfonischer Musik untermalte Naturfilm vom Regisseur selbst und von Ilias Missyris, dem Leiter des Wildlife Festivals, das in Schwerins finnischer Partnerstadt Vaasa stattfindet.

Erstmals in Deutschland zu sehen sind zwei englisch untertitelte Episoden der in Finnland hochgelobten Fernsehserie „Peacemaker“ des Regisseurs Aj Annila („The Eternal Road“). Der mit hohem Produktionsaufwand rasant und spannend inszenierte Thriller spielt vor dem Hintergrund des Kurdistankonflikts im Geflecht der globalen Politik und des Waffenhandels und beweist eindrücklich, dass auch in Finnland TV-Serien auf hohem internationalen Niveau inszeniert werden. Gedreht wurde auch in Südwest-Finnland, der Partnerregion Mecklenburg-Vorpommerns, aus der Vertreter der dortigen Film Commisssion in Schwerin erwartet werden.

Ein vom Leiter des renommierten Filmfestivals im finnischen Tampere, Jukka-Pekko Lakso, präsentiertes Kurzfilmprogramm und das kurzfristig aufgeommene Gemeinschaftsprojekt von sieben finnischen Filmschaffenden, "At Home Finland", die aufgerufen waren, einen Kurzfilm zur Pandemie zu inszeinieren, komplettieren den Schwerpunkt zum Gastland.

Zu den Aufführungen werden zahlreiche Filmschaffende aus Finnland erwartet.

Der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV, Volker Kufahl, betont: „Das finnische Kino ist vital, vielfältig und lebt von seinen starken Geschichten. Uns war bei der Auswahl aktueller Produktionen wichtig, die kulturellen Verbindungen zwischen unserem diesjährigen Gastland und Mecklenburg-Vorpommern zu betonen, die unter anderem auf Städte- und regionalen Partnerschaften beruhen.“

Das Gesamtprogramm des 30. FILMKUNSTFESTs Mecklenburg-Vorpommern wird am 19. August bekanntgegeben, wenn auch der Vorverkauf startet.

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