Filmkunstfest MV
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Goldene, fliegende und flüssige Ochsen zum Abschluss des 30. FILMKUNSTFESTs MV

Ulrich Tukur bedankt sich mit Gesang und Spezialbier für seinen Ehrenpreis

„Wir hatten wunderbare Tage in Schwerin auf dem FILMKUNSTFEST mit schönen Begegnungen und Erlebnissen“, sagte der Ehrenpreisträger 2021, Ulrich Tukur, bei der Preisverleihung der 30. Jubiläumsausgabe des Schweriner Filmfestivals. Nachdem ihm die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, zusammen mit dem künstlerischen Leiter des Festivals, Volker Kufahl, den Goldenen Ochsen überreicht hatte, stellte Tukur unter Beweis, dass er stets für Überraschungen gut ist: Als Dank für die Auszeichnung griff er zum Akkordeon und überreichte anschließend Ministerpräsidentin Schwesig, Volker Kufahl und seinem Festivalteam einen Kasten mit „Ulmer Gold Ochsen“-Bier.

Die großzügige Geste passte zu einem herzlichen und humorvollen Gast, der Tukur während seines Besuches beim FILMKUNSTFEST MV war – und zu einem Künstler, der „voller Lebensdurst und Schaffensdrang“ ist, „aus dem „es immerfort sprudelt wie aus einem Füllhorn“, der „jederzeit bereit ist, sich auszugießen und uns, Dein Publikum, zu bereichern“, wie Regisseur Florian Gallenberger („John Rabe“) Tukur in seiner heiteren Laudatio beschrieb.

David Clay Diaz, Regisseur der österreichischen Tragikomödie über Flucht und Migration, „Me, We“, die mit dem Hauptpreis „Fliegender Ochse“ des Spielfilmwettbewerbs des 30. FILMKUNSTFESTs MV ausgezeichnet wurde, als auch sein Kollege Florian Dietrich, der sowohl den NDR-Regiepreis als auch den Publikumspreis für seine bewegende Freundschaftsgeschichte „Toubab“ erhielt, nutzten die Bühne des Festivalkinos Filmpalast Capitol, um Appelle gegen Diskriminierung und Rassismus zu halten – Themen, die ihre Filme prägen. Der renommierte österreichische Regisseur Hubert Sauper, der für die beste Bildgestaltung seines Dokumentarfilms über die aktuelle Situation auf Kuba, „Epicentro“, ausgezeichnet wurde, kündigt an, die Prämie seinen beiden Protagonistinnen zukommen zu lassen.

Besonders Farba Dieng und Julius Nitschkoff, die für ihre schauspielerische Leistung in „Toubab“ den neu gestifteten Darstellerpreis erhielten, steckten mit ihrer überschwenglichen Freude das Galapublikum an. Der Camino Filmverleih wird den Schweriner Dreifachgewinner Ende September in die deutschen Kinos bringen.

Wenngleich die Kinosäle aufgrund der Corona-Beschränkungen nur zur Hälfte ausgelastet werden konnten, war die Stimmung bei den über 130 Gästen aus der Film- und Fernsehbranche – darunter Jörg Schüttauf, Inka Friedrich, Anja Kling, Catrin Striebeck, Jörg Gudzuhn, Victoria Trauttmansdorff und Hanno Koffler – gut und von spürbarer Erleichterung geprägt, dass ein physisches Festivalerlebnis wieder möglich ist.

Dazu der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFEST MV, Volker Kufahl: „Viel zu lange haben wir dieses einzigartige Festivalgefühl vermisst, das durch die persönliche Begegnung mit den Filmemachern, das gemeinsame Kulturerlebnis und das Gespräch über die gezeigten Filme entsteht. Was ist uns im letzten Jahr alles entgangen! Mir hat dieses Präsenzfestival wieder sehr klar vor Augen geführt, dass Film erst auf der großen Leinwand zur Kunst wird. Die Entscheidung, die Filme nicht parallel zu streamen, war richtig.“

Rund 8.000 Besucher verzeichnete das 30. FILMKUNSTFEST MV, das unter Pandemiebedingungen nur 50% der Kapazitäten anbieten durfte, und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. Trotz der Einschränkungen verlief das Festival organisatorisch reibungslos, worüber sich insbesondere die zahlreichen internationalen Gäste aus Finnland, Österreich und der Schweiz erfreut zeigten.

Parallel zur Preisverleihung fand die mit knapp 300 Besuchern ausverkaufte Uraufführung der Improvisationskomödie „Das Begräbnis“ von RegisseurJan Georg Schütte im Innenhof des Schweriner Schlosses statt, wo eine ganze Woche lang Festivalfilme als Open-Air-Vorführungen zu sehen waren.


30. FILMKUNSTFEST MV präsentierte insgesamt 61 Lang- und 67 Kurzfilme, darunter 11 deutsche Erstaufführungen und 5 Uraufführungen in 4 Wettbewerben und 7 weiteren Sektionen

Mehr als zwei Jahre nach dem letzten regulären FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern fand vom 31. August bis 5. September 2021 endlich die 30. Jubiläumausgabe eines der größten Publikumsfestivals in Ostdeutschland statt. Der künstlerische Leiter des Festivals, Volker Kufahl, und die weiteren Programmverantwortlichen konnten ein thematisch vielfältiges und sehenswertes Programm zusammenstellen, in denen sich sektionsübergreifend gleich 11 deutsche Erstaufführungen und 5 Uraufführungen finden.

Den Ehrenpreis, den Goldenen Ochsen, erhielt Ulrich Tukur am 4.9. aus den Händen von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Außerdem wurden beim 30. FILMKUNSTFEST MV zwölf Auszeichnungen für Beiträge in den vier Wettbewerben für Spiel-, Dokumentar-, Kurz- sowie Kinder- und Jugendfilme aus den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz vergeben, die wieder Kernstück des Festivals waren. Die Gesamtsumme der von diversen Sponsoren und Festivalpartnern gestifteten Preise belief sich erstmals auf 46.000 Euro (inkl. Sachleistungen) – darunter erstmals der durch LOTTO MV vergebene Preis in Höhe von 3.500 Euro für die beste darstellerische Leistung im Spielfilmwettbewerb. Die Entscheidungen trafen fünf verschiedene Jurys, darunter für den besten Film im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb eine Jugendjury aus Schüler/-innen aus Schwerin.

Pandemie-bedingt konnten die sechs Säle im Festivalkino Filmpalast Capitol Schwerin, im Kino unterm Dach und im Bürgerzentrum Campus am Turm im Stadtteil Mueßer Holz im Schachbrettmuster lediglich zur Hälfte belegt werden. Mit knapp 250 Sitzplätzen bot der imposante Innenhof des berühmten Schweriner Schlosses, in denen vom 30.8.-5.9. die sechs Open-Air-Vorführungen stattfanden, die größten Kapazitäten. Jeder der Festivalspielorte verfügte über ein eigenes Hygienekonzept und durch die Online-Buchungen auf dem Portal des Festivalkinos bzw. die Erhebung von Kontaktdaten vor Ort war eine Nachverfolgung gewährleistet. Außerdem waren die Spielpläne zeitlich entzerrt und viele Filme wurden drei Mal aufgeführt, damit das Publikum gute Chancen hatte, ihre Wunschtickets zu erhalten.

Überblick Spielfilmwettbewerb 30. FILMKUNSTFEST MV

Unmittelbar nach seiner Weltpremiere auf dem Filmfestival im tschechischen Karlovy Vary/Karlsbad präsentiert das FILMKUNSTFEST MV im Spielfilmwettbewerb das Kinodebüt LE PRINCE der Regisseurin Lisa Bierwirth, die von einer amour fou zwischen einer Frankfurter Kunsthistorikerin und einem kongolesischen Geschäftsmann erzählt. Ebenfalls eine Spielfilm-Uraufführung ist die sehr charmant, witzig und unterhaltsam inszenierte Vater-Sohn-Geschichte PRIMAVERA DUEMILAVENTI – (FRÜHLING 2020), die im Lockdown des Frühjahrs 2020 spielt. Die Schauspieler Beniamino Brogi und Sandro Di Stefano, beide italienischer Herkunft und in Deutschland lebend, inszenierten gemeinsam mit Kameramann Ralf Noack die von der Drehbuchautorin Lucia Chiarla geschriebene und konzipierte Geschichte. Chiarla war 2018 mit ihrem Film REISE NACH JERUSALEM im Spielfilm-Wettbewerb des des FILMKUNSTFESTs MV vertreten und auch dieser Film ist eine schöne und überraschende Entdeckung.

Eine internationale Premiere im Spielfilmwettbewerb ist der österreichische Film ME, WE von David Clay Diaz – eine Produktion der berühmten Filmkunst-Schmiede „Coop 99“ der Regisseurinnen Barbara Albert (FALLEN) und Jessica Hausner (HOTEL). Der Film ist – wie z.B. auch die Tragikomödie TOUBAB des Regisseurs Florian Dietrich – eine von mehreren Produktionen im Gesamtprogramm, die sich mit dem Thema Migration und Integration auseinandersetzen: hier geht es um vier Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise mit den Schicksalen von Geflüchteten konfrontiert werden: mit der Realität der Einwanderungsgesellschaft Österreich. Im Zentrum die Schauspielerin Verena Altenberger, mittlerweile auch hierzulande z.B. durch den Polizeiruf 110 bekannt und gerade beim Salzburger „Jedermann“ als Buhlschaft in die Schlagzeilen geraten.

Großes Schauspielkino bieten auch die Wettbewerbsfilme LIEBER THOMAS von Andreas Kleinert mit Albrecht Schuch und Jella Haase als Thomas Brasch und dessen Freundin Katharina, die Wendegeschichte DAS MÄDCHEN MIT DEN GOLDENEN HÄNDEN von Katharina Marie Schubert mit Corinna Harfouch, Birte Schnöink, Jörg Schüttauf, Ulrike Krumbiegel, Gabriela Maria Schmeide, das Sozialdrama DIE SAAT von Mia Maariel Meyer mit Hanno Koffler, der in Schwerin 2013 für FREIER FALL gefeiert wurde und das verstörende Politdrama JE SUIS KARL des von Rügen stammenden Regisseurs Christian Schwochow mit Jannis Niewöhner, Luna Wedler und Milan Peschel. Die Schweiz ist im Spielfilmwettbewerb mit dem intensiven Drama VON FISCHEN UND MENSCHEN der Regisseurin Stefanie Klemm vertreten; aus Österreich liefert Michael Kreihsl das Beziehungsdrama VON RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN mit Inka Friedrich und Samuel Finzi.

Programm des Dokumentar-, Kurzfilm- sowie Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs 2021

Auch der vielfältige Dokumentarfilmwettbewerb besticht durch eine Mischung aus poetischen, politischen und oft sehr persönlichen Themen, die visuell einprägsam umgesetzt sind: darunter aus der Schweiz NEMESIS von Thomas Imbach über den Abbruch eines alten Güterbahnhofs, die georgisch-schweizerisch-deutsche Koproduktion TAMING THE GARDEN über menschlichen Größenwahn wider die Natur und die Havanna-Exkursion EPICENTRO des österreichischen Regisseurs Hubert Sauper (DARWIN’S NIGHTMARE). Als Weltpremiere ist GLÜCKLICH BIN ICH WENN DU SCHLÄFST der 1975 in Peking geborenen Regisseurin Lola Jia Liu zu sehen, die in Peking und Chemnitz studierte. Sie begleitet zwei Mittelschichtskinder in der Metropole Chongqing durch das harte chinesische Bildungssystem – eine Koproduktion mit dem ZDF. Thematisch korrespondiert damit die Langzeitdokumentation HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE von Maria Speth über eine migrantisch geprägte 6. Klasse einer westdeutschen Kleinstadt, der bei der Berlinale 2021 sowohl mit zwei Silbernen Bären (Preis der Jury und Publikumspreis) ausgezeichnet wurde, und das trotz seiner monumentalen Länge von 3,5 Stunden!

Sehr persönliche Ansätze prägen Sophie Linnenbaums Interviewfilm über VÄTER UNSER und Erec Brehmers filmische Reflexion WER WIR GEWESEN SEIN WERDEN, anhand derer er versucht, den Unfalltod seiner Lebensgefährtin zu verarbeiten – beide waren mit früheren Arbeiten auf dem FILMKUNSTFEST MV zu Gast. Zwei unterschiedliche weibliche Kämpfernaturen zeigen der Österreicher Lukas Ladner mit EVA-MARIA, einer Frau, die trotz starker körperlicher Beeinträchtigung ihr Recht auf Mutterschaft durchsetzt, und Antonia Killians Film THE OTHER SIDE OF THE RIVER über eine 19-jährige Syrerin im Kampf gegen das Patriarchat auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Mit WALTER KAUFMANN - WELCH EIN LEBEN! findet sich im Dokumentarfilmwettbewerb einer von mehreren Filmen des Gesamtprogramms, die die ostdeutsche Geschichte reflektieren. Dazu zählt auch die Wiederaufführung von Andreas Dresens Debütspielfilm STILLES LAND, der 1992 auf dem FIMKUNSTFEST MV seine Premiere feierte und der Werbekampagne zum 30. Jubiläum sein Hauptmotiv liefert.

Sechs aktuelle, emotional starke Jugendfilme, die sich mit den Träumen, Ambitionen, Problemen und Konflikten junger Menschen unterschiedlicher Altersstufen beschäftigen, sind im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb vertreten, die um den LEO-Preis konkurrieren, darunter FREAK CITY von Andreas Kannengiesser, in dem es um die Liebe eines 15-jährigen zu einem gehörlosen Mädchen geht, und EIN BISSCHEN BLEIBEN WIR NOCH, die Geschichten zweier tschetschenischen Flüchtlingskinder in Österreich – der neue Film des Filmemachers Arash T. Riahi, der ebenfalls schon einmal im Schweriner Programm vertreten war. Zwei der Beiträge, die Abenteuergeschichten NACHTWALD von André Hörmann und Katrin Milhahn und TRÄUME SIND WIE WILDE TIGER von Lars Montag, sind mithilfe der Förderinitiative „Der besondere Kinderfilm“ entstanden.

"gedreht in MV", NDR-Spezial und DEFA-Reihe

Zwei Uraufführungen finden sich in der Reihe „gedreht in MV“: WIR BAUEN ZUKUNFT von Martin Rohrbeck ist ein Dokumentarfilm über eine Genossenschaft von jungen und älteren Leuten, die in Gallin ihren Traum von einem nachhaltigen Leben verwirklichen wollen. Für DAS BEGRÄBNIS durften die Schauspieler/-innen, wie schon beim Vorgängerprojekt FÜR IMMER SOMMER 90 von Regisseur Jan Georg Schütte und Produzent Lars Jessen, improvisieren. Ein großer Teil des Cast, darunter Anja Kling, Catrin Striebeck, Jörg Gudzuhn und Christine Schorn, werden zur Open-Air-Aufführung am 4.9. im Hof des Schweriner Schlosses erwartet. Jörg Herrmann beschäftigt sich in HOHE KUNST AUFS PLATTE LAND mit der Geschichte der Kunsthalle Rostock, die 1969 als einziger Kunstmuseumsneubau der DDR eröffnet wurde. Regisseur Carsten Rau beschäftigt sich mit dem schwierigen Rückbau von Kernkraftwerken, u.a. in Greifswald, in ATOMKRAFT FOREVER.

Der Medienpartner NDR stellt vier topaktuelle Beiträge zur Verfügung, unter anderem als Weltpremiere SLAHI UND DEINE FOLTERER, eine investigative Dokumentation von John Goetz und Ben Hopkins über die Suche nach den US-Amerikanern, die den Mauretanier Mohamedou Slahi 14 Jahre lang in Guantanamo als angeblichen Terroristen inhaftierten und folterten. Starpower bietet hingegen die Komödie EISLAND von Ute Wieland mit Axel Prahl, Jan-Henrik Stahlberg, Christine Schorn und Pheline Roggan, die allesamt das Schweriner Festival besuchen werden.

Erstmals auf einem FILMKUNSTFEST MV wird eine ganze Woche lang Open-Air-Kino gezeigt – und das vor der imposanten Kulisse des Innenhofes des berühmten Schweriner Schlosses! Noch vor der offiziellen Festivaleröffnung wird dort der neu digitalisierte DEFA-Film FALLADA – LETZTES KAPITEL von Roland Gräf von 1988 gezeigt. Drei weitere, frisch restaurierte DEFA-Produktionen hat Ralf Schenk, langjähriger Vorstand der DEFA-Stiftung, ausgewählt: Mit dabei einer der „Verbotsfilme“ von 1966, FRÄULEIN SCHMETTERLING von Kurt Barthel, das Filmdebüt von Meisterregisseur Frank Beyer, ZWEI MÜTTER (1957) sowie die aufwändige Operettenverfilmung, damals auf 70mm-Format gedreht, ORPHEUS IN DER UNTERWELT von Horst Bonnet (1974).

Gastland Finnland / Focus Baltic Sea

Aus dem diesjährigen Gastland Finnland werden sieben Lang-, 14 Kurzfilme und eine Serie (PEACEMAKER) präsentiert. Für den Eröffnungsfilm des Festivals wird Mika Kaurismäki mit seinem Kameramann Juri Mutikainen nach Schwerin reisen: GRACIOUS NIGHT ist ein Film, der im Lockdown im Mai 2020 entstanden ist, exakt zu dem Zeitpunkt, als das FILMKUNSTFEST MV ausfallen musste, das damals ebenfalls mit einem Mika Kaurismäki-Film gestartet wäre, nämlich MASTER CHENG IN POHJANJOKI. Kaurismäkis neuer Film hat nun einen ganz anderen Ton: Es ist ein Kammerspiel über drei Männer in der Krise und spielt in einer während des Lockdowns geschlossenen Kneipe. Nach dem überwundenen Lockdown werden neben Mika Kaurismäki viele weitere finnische Filmschaffende in Schwerin erwartet.

Kurzfristig noch ins Programm aufgenommen wurde das Gemeinschaftsprojekt AT HOME FINLAND des Senders HBO, der im Frühling 2020 sieben namhafte finnische Regisseure darum bat, ihren eigenen Lockdown-Film zu drehen – mit kleinem Team unter Corona-Bedingungen. Herausgekommen sind sehr kreative Arbeiten – von der Komödie bis zum Horrorfilm, in denen sich die Zuschauer/-innen wiederfinden können.

In der Reihe Focus Baltic Sea mit Filmen aus der Ostseeregion FOCUS BALTIC SEA finden sich bei sieben langen Spielfilmen gleich drei deutsche Erstaufführungen; dies sind:

•             A TASTE OF HUNGER von Christoffer Boe, einem der wichtigsten zeitgenössischen dänischen Regisseure, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 2003 – ein kulinarisches Beziehungsdrama, angesiedelt in der Welt der Michelin-Köche,

•             TIGERS des schwedischen Regisseurs Ronnie Sandahl, der die Geschichte des Fußballers Martin Bengtsson verfilmt hat, welcher das Glück oder Pech hatte als großes Nachwuchstalent einen Profi-Vertrag bei Inter Mailand zu bekommen und fast daran zugrunde geht und

•             der russische Film WHALER BOY von Philipp Yuryew, ein Debütfilm, der in einer Walfänger-Siedlung an der Beringstraße spielt – ein großartiges Debüt, das schon mit vielen Preisen bedacht wurde, u.a. beim Festival in Venedig.

Das Logo, das Hauptmotiv und Pressemitteilungen zum 30. FILMKUNSTFEST MV als Download finden Sie unter https://www.filmland-mv.de/filmkunstfest-mv/fachbesucher/presse-/-downloads


30. FILMKUNSTFEST MV wird mit Mika Kaurismäkis neuem Film „Gracious Night“ am 31.8. eröffnet / Filme aus dem Gastland Finnland

Vom 31.8.–5.9. werden aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus dem diesjährigen Gastland Finnland auf dem Festival präsentiert

Der jüngste Spielfilm des finnischen Regisseurs Mika Kaurismäki, „Gracious Night“ eröffnet als deutsche Erstaufführung am 31. August in der Landeshauptstadt Schwerin das 30. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern und setzt damit auch den Startpunkt für ein umfangreiches Programm aus dem diesjährigen Gastland Finnland.

Mika Kaurismäki wird den Spielfilm dem Schweriner Publikum persönlich im Festivalkino Filmpalast Capitol vorstellen. Dazu werden auch die Botschafterin Finnlands in Deutschland, Anne Sipiläinen, und die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, erwartet. Für die musikalische Umrahmung sorgt Ulrich Tukur mit seinen Rhythmus-Boys.

In „Gracious Night“ (Originaltitel: „Yö Armahtaa“) erzählt Mika Kaurismäki von drei Menschen, die sich während des Lockdowns auf der Suche nach Geselligkeit in einem Lokal in der finnischen Hauptstadt Helsinki einfinden, dessen Existenz wegen der Pandemie auf der Kippe steht. Nicht nur wegen der Gespräche, sondern auch wegen weiterer unerwarteter Gäste wird der Abend länger als gedacht. Einmal mehr beweist Mika Kaurismäki mit „Gracious Night“ sein Gespür für aktuelle Themen und Atmosphäre. Mika Kaurismäki verkörpert seit den achtziger Jahren zusammen mit seinem Bruder Aki quasi den zeitgenössischen finnischen Film. Gedreht wurde „Gracious Night“ in dem Lokal, das die Brüder in Helsinki betreiben: der Corona-Bar! (Der Arsenal Filmverleih wird den Film am 16. Dezember in Deutschland starten.)

Mit einer Reihe ungewöhnlicher Kurz- und Spielfilme wie etwa dem Thriller „Helsinki-Napoli – All Night Long“ von 1988 oder dem Road-Movie „Honey Baby“ von 2004, vor allem aber mit zahlreichen Musik-Dokumentarfilmen, die er teils in seiner Wahlheimat Brasilien drehte (wie „Brasileirinho“, 2005) erwarb sich Mika Kaurismäki den Ruf als außerordentlich vielseitiger Autorenfilmer des Weltkinos.

Weitere aktuelle finnische Spielfilme im Programm des 30. FILMKUNSTFESTs MV sind das Generationenporträt „Gesellschaftsspiele“ („Games People Play“) von Regisseurin Jenni Toivoniemi, in der das Wiedersehen von acht Jugendfreunden aus dem Gleichgewicht gerät und Rivalitäten, Spannungen und alte Rechnungen auf die Tagesordnung kommen, und die Tragikomödie „Der Waldriese“ („Forest Giant“) des Regisseurs Ville Jankeri. Es geht um den Aufsteiger Pasi, der eine hoffnungsvolle Karriere in einem internationalen Holzkonzern begonnen hat, und ausgerechnet in der Fabrik in seinem Heimatdorf Entlassungen vornehmen soll. Das Drama „Die Letzten“ („The Last Ones“) des aus Estland stammenden Regisseurs Veiko Öunpuu wirft ein kritisches Schlaglicht auf das Leben der finnisch-lappländischen Minderheit in den Dörfern der Tundra und das konfliktreiche Verhältnis zwischen Rentierhaltern und Minenarbeitern unter harten Arbeitsbedingungen.

Das fesselnde Künstlerdrama „Tove“ von Regisseurin Zaida Bergroth erzählt aus dem ungewöhnlichen Leben der Kinderbuchillustratorin Tove Jansson (1914-2001), der Erfinderin der weltberühmten Zeichenfiguren, den Mumins, die sich bis heute großer Popularität erfreuen. (Verleih Salzgeber)

Auch der finnische Architekt Alvar Aalto (1898–1976) zählt zu den berühmtesten Kreativen des nordeuropäischen Landes. Die Regisseurin Virpi Suutari illustriert in „Aalto“ anhand einer Reise zu den eindrucksvollsten Aalto-Bauten in aller Welt die besondere Bedeutung Aaltos als Wegbereiter der Moderne – aber auch seiner Frau Aino Aalto (1894–1949), dessen künstlerisches Wirken bisher im Schatten ihres Mannes stand. (ebenfalls bei Salzgeber)

Die Dokumentation „Natursinfonie“ des bereits mehrfach preisgekrönten Naturfilmers Marko Röhr, konzentriert sich ohne Kommentierung ganz auf beeindruckende Bilder der faszinierenden finnischen Flora und Fauna und wird als Open-Air-Vorführung im Hof des Schweriner Schlosses präsentiert. Vorgestellt wird der von sinfonischer Musik untermalte Naturfilm vom Regisseur selbst und von Ilias Missyris, dem Leiter des Wildlife Festivals, das in Schwerins finnischer Partnerstadt Vaasa stattfindet.

Erstmals in Deutschland zu sehen sind zwei englisch untertitelte Episoden der in Finnland hochgelobten Fernsehserie „Peacemaker“ des Regisseurs Aj Annila („The Eternal Road“). Der mit hohem Produktionsaufwand rasant und spannend inszenierte Thriller spielt vor dem Hintergrund des Kurdistankonflikts im Geflecht der globalen Politik und des Waffenhandels und beweist eindrücklich, dass auch in Finnland TV-Serien auf hohem internationalen Niveau inszeniert werden. Gedreht wurde auch in Südwest-Finnland, der Partnerregion Mecklenburg-Vorpommerns, aus der Vertreter der dortigen Film Commisssion in Schwerin erwartet werden.

Ein vom Leiter des renommierten Filmfestivals im finnischen Tampere, Jukka-Pekko Lakso, präsentiertes Kurzfilmprogramm und das kurzfristig aufgeommene Gemeinschaftsprojekt von sieben finnischen Filmschaffenden, "At Home Finland", die aufgerufen waren, einen Kurzfilm zur Pandemie zu inszeinieren, komplettieren den Schwerpunkt zum Gastland. Zu den Aufführungen werden zahlreiche Filmschaffende aus Finnland erwartet.

Der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV, Volker Kufahl, betont: „Das finnische Kino ist vital, vielfältig und lebt von seinen starken Geschichten. Uns war bei der Auswahl aktueller Produktionen wichtig, die kulturellen Verbindungen zwischen unserem diesjährigen Gastland und Mecklenburg-Vorpommern zu betonen, die unter anderem auf Städte- und regionalen Partnerschaften beruhen.“

 

Ulrich Tukur erhält am 4. September den Ehrenpreis „Goldener Ochse“ des 30. FILMKUNSTFESTs MV

Der Schauspieler und Musiker wird die Jubiläumsausgabe des Schweriner Filmfestivals besuchen und am 31.8. zur Eröffnungsfeier auch mit seinen „Rhythmus Boys“ auftret

„Mit Ulrich Tukur ehren wir einen der bedeutendsten zeitgenössischen Schauspieler deutscher Sprache. Tukurs Spiel zeichnet sich durch große Virtuosität und Vitalität aus, mit der er unterschiedlichste Charaktere überzeugend ausgestaltet und sein Publikum immer wieder in den Bann zieht. Mit seiner ausdrucksstarken Interpretation hat er das Bild zeitgeschichtlicher Persönlichkeiten der jüngeren deutschen Vergangenheit mitgeprägt. Nicht minder hervorzuheben sind seine komödiantischen und musikalischen Talente, die vielen Filmen seiner eindrucksvollen Karriere einen unverkennbaren ‚Tukur-Touch‘ verleihen“, sagt der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV, Volker Kufahl, über den diesjährigen Ehrenpreisträger.

Eine Auswahl aus sieben Filmen aus Tukurs umfangreicher Filmografie wird im Rahmen der Jubiläumsausgabe des 30. FILMKUNSTFESTs MV vom 31.8. –05.09 2021 in einer Hommage präsentiert:

  • „Stammheim“ – mit Tukur als RAF-Mitglied Andreas Baader beim Gerichtsprozess 1975–77, Regie: Reinhard Hauff, Deutschland 1986.
  • „Der Stellvertreter“ – nach dem erstmals 1963 erschienenen Schauspiel von Rolf Hochhuth, mit Tukur als Zeitzeuge Kurt Gerstein, der während des 3. Reiches vergeblich versuchte, den Vatikan von den Gräueln des Holocaust zu überzeugen. Regie: Constantin Costa-Gavras, Frankreich/Deutschland 2002.
  • „John Rabe“ – mit Tukur als Titelheld, dem Hamburger Kaufmann, der während des 2. Weltkriegs viele chinesische Zivilisten vor den japanischen Militäraktionen rettete. Regie: Florian Gallenberger, Deutschland/Frankreich 2009.
  • „Houston“ – mit Tukur als Headhunter in einer Lebenskrise, der verzweifelt versucht, an einen US-amerikanischen Manager heranzukommen. Regie: Bastian Günther, Deutschland/USA 2013.
  • „Und wer nimmt den Hund?“ – mit Tukur als Ehemann auf Abwegen, der mit seinem Seitensprung seine 25-jährige Ehe aufs Spiel setzt. Regie: Rainer Kaufmann, Deutschland 2019.
  • „Adults In The Room“ – Tukur spielt Ex-Finanzminister Wolfgang Schäuble bei Verhandlungen innerhalb der EU-Staaten während der sogenannten Griechenland-Krise. Regie: Constantin Costa-Gavras, Frankreich 2019. Die deutsch untertitelte Fassung des Films läuft auf dem 30. FILMKUNSTFEST MV als Erstaufführung!
  • „Jagdzeit“ – mit Tukur als energischem Automobil-Manager und intrigantem Firmensanierer, der sich gegenüber seinem Kollegen mit Ellenbogen durchsetzen will. Regie: Sabine Boss, Schweiz 2020.

Ulrich Tukur wurde 1957 im südhessischen Viernheim geboren und wuchs in Hessen, Westfalen und Niedersachsen auf. Von 1980-83 studierte er Schauspiel in Stuttgart. Bereits in dieser Zeit übernahm er seine erste Filmrolle als einer der Studenten der Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ im gleichnamigen Film unter der Regie von Michael Verhoeven. Tukur feierte auf Theaterbühnen in Heidelberg, Hamburg und Berlin große Erfolge und wurde von den deutschen Theaterkritikern 1986 zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 war er Ko-Intendant der Hamburger Kammerspiele.

In den achtziger Jahren spielte sich Ulrich Tukur in kurzer Zeit in die Liga der bedeutendsten Film- und Fernsehschauspieler Deutschlands. Oft verkörperte er Figuren der Zeitgeschichte, darunter RAF-Mitglied Andreas Baader in „Stammheim“ (1986, Regie: Reinhard Hauff), den jüngeren Herbert Wehner im TV-Zweiteiler „Wehner – die unerzählte Geschichte“ (1993, Regie: Heinrich Breloer), den Pastor und Widerständler Dietrich Bonhoeffer im Film „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ (2000, Regie: Eric Till), den Hitler-Gegner Henning von Tresckow in „Stauffenberg“ (2004, Regie: Jo Baier) und den Wehrmachtsoffizier Erwin Rommel (in „Rommel“, 2012, Regie: Niki Stein).

Für die Rolle als Stasi-Oberstleutnant Anton Grubitz im „Oscar“-prämierten Drama „Das Leben der Anderen“ (Regie: Florian Henckel von Donnersmarck) erhielt Ulrich Tukur 2006 den Deutschen Filmpreis für die beste männliche Nebenrolle. Drei Jahre später wurde er mit dem Deutschen Filmpreis für die Titelrolle in „John Rabe“ (2009, Regie: Florian Gallenberger) ausgezeichnet. Zu den zahlreichen weiteren Auszeichnungen, die Ulrich Tukur für seine schauspielerische Leistungen erhielt, zählen zwei Adolf-Grimme-Preise (2000, 2015), einer davon sowie die Goldene Kamera (2011) für seine markante Rolle als Wiesbadener Kommissar Felix Murot in der ARD-Krimireihe „Tatort“.

Tukurs große Reputation führte ihn auch mehrfach ins Ausland; so arbeitete er unter anderem mit US-Regisseur Steven Soderbergh und Kollege George Clooney zusammen („Solaris“, 2002), mit István Szabó an der Seite Harvey Keitels und Stellan Skarsgårds in „Taking Sides – Der Fall Furtwängler“ (2001), mit Emily Watson in dem Spielfilm „Mitten im Sturm“ der Niederländerin Marleen Gorris (2009) und mehrfach mit dem griechisch-französischen Meisterregisseur Costa-Gavras. Hierzu zählen die Verfilmung des Rolf-Hochhuth-Dramas „Der Stellvertreter“ (2002) und zuletzt der Spielfilm über die griechische Finanzkrise, „Adults in the Room“ (2019), in dem Tukur als Wolfgang Schäuble zu sehen ist.

Ulrich Tukurs zweite große Leidenschaft gilt der Jazz- und Swingmusik, der er zusammen mit der 1995 gegründeten Formation „Die Rhythmus Boys“ auf vielen Bühnen und Konzertsälen und als musikalischer Botschafter Deutschlands im europäischen Ausland nachgeht.

Am 31. August werden Ulrich Tukur & die Rhythmus Boys im Festivalkino Filmpalast Capitol Schwerin das 30. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern mit einem Auftritt feierlich eröffnen!

Ausstellung „Spiel! Unterwegs mit Ulrich Tukur“ - Fotografie und Malerei, vom 2.-30. September 2021

Der diesjährige Ehrengast Ulrich Tukur ist auch Protagonist einer Ausstellung mit außergewöhnlichen, großformatigen Porträts und Momentaufnahmen, die seine Frau, die Fotografin Katharina John, in 25 Jahren fotografiert hat.

Zu sehen ist die Schau, die durch ein Tafelbild des Wismarer Künstlers Manfred W. Jürgens ergänzt wird, in der Historischen Kundenhalle der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, Wismarsche Str. 127-129, 19053 Schwerin:

    während des Festivals vom 2.-5.9., Do-Sa, 14-18 Uhr und danach

    dienstags 7., 14., 21. und 28. September und

    donnerstags 2., 9., 16., 23. und 30. September,

    jeweils 14-18 Uhr bzw. nach Vereinbarung für angemeldete Gruppen.

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin.

30. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern vom 31. August - 05. September 2021!

Wieder mit vier Wettbewerben und umfangreichem Nebenprogramm. Alle Sponsoren halten dem Publikumsfestival die Treue

Die Vorbereitungen für die 30. Ausgabe des FILMKUNSTFESTs Mecklenburg-Vorpommern, eines der bedeutendsten deutschen Filmfestivals für den deutschsprachigen Film, gehen in die heiße Phase. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Jubiläumsausgabe des Festivals anders als sonst nicht Anfang Mai, sondern erst im Spätsommer vom 31. August bis zum 5. September 2021 in der Landeshauptstadt Schwerin statt. Zu einem Zeitpunkt, an dem Mecklenburg-Vorpommern von allen Bundesländern die niedrigsten Inzidenzen bei Virus-Neuerkrankungen aufweist, bereiten sich der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV,Volker Kufahl, und sein achtköpfiges Team darauf vor, dem Publikum ein Filmfestival mit dem gewohnten Programm­umfang bieten zu können:

Kernstück werden wieder die vier Wettbewerbe für 10 Spiel-, 10 Dokumentar- und 20 Kurzfilme sowie für 6 Kinder- und Jugendfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sein. Vier Fachjurys, eine Jugendjury aus Schweriner Schülerinnen und Schülern sowie das Festivalpublikum werden über die Vergabe der 13 verschiedenen Preise entscheiden, die von unterschiedlichen Stiftern mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 40.000 Euro ausgestattet sind. Beiträge für die vier Wettbewerbe Beiträge können nicht mehr  eingereicht werden; die Frist ist Ende Juni 2021 abgelaufen.

Außerdem werden folgende Filmreihen vorbereitet:

  • neue Produktionen aus dem diesjährigen Gastland Finnland,
  • „Focus Baltic Sea“ mit aktuellen Filmen aus den Ostsee-Anrainerstaaten,
  • eine Hommage mit Filmen des diesjährigen Ehrenpreisträgers Ulrich Tukur,
  • ein NDR-Spezial mit neuen Beiträgen des Kooperations- und Medienpartners Norddeutscher Rundfunk,
  • ein Schwerpunkt zum 75. Jubiläum der DEFA-Gründung,
  • aktuelle Produktionen „gedreht in MV“ – erstmals vor dem Hintergrund der Gründung der neuen MV-Filmförderung im vergangenen Oktober
  • sowie ein tägliches Open-Air-Kino im Innenhof des Schweriner Schlosses mit besonderen Highlights vom 30.8. bis 5.9.

Volker Kufahl: „Mit großer Vorfreude sehen wir einem Präsenzfestival ab Ende August entgegen. Die schwierige Entscheidung im letzten Dezember, das 30. FILMKUNSTFEST MV 2021 in den Spätsommer zu verlegen, war richtig. Kinofilme gehören auf die große Leinwand, nicht ins Netz! Wir hoffen und erwarten, dass die strengen Auflagen, die in Mecklenburg-Vorpommern zurzeit noch für den Kinobesuch gelten, bei den niedrigen Inzidenzen weiter gelockert werden.“

Zur Jubiläumsausgabe des Festivals, das jährlich rund 18.000 Besucher/innen in Schwerin begrüßt, erinnern sieben verschiedene Plakatmotive an Highlights aus 30 Jahren FILMKUNSTFEST MV. Das Hauptmotiv zeigt eine Filmszene mit Schauspieler Torsten Merten und seiner Kollegin Jeannette Arndt aus dem Spielfilm „Stilles Land“. Der zweite Spielfilm des aus Schwerin stammenden Regisseurs Andreas Dresen („Sommer vorm Balkon“, „Gundermann“) erlebte 1992 auf dem Festival, das damals noch „Filmfest Schwerin“ hieß, seine Uraufführung. Auch das Drama „Systemsprenger“ von Regisseurin Nora Fingscheidt, der beim letzten FILMKUNSTFEST MV 2019 gleich vier Auszeichnungen errang, darunter den Hauptpreis als bester Film des Spielfilmwettbewerbs „Fliegender Ochse“, durfte in dem Motivreigen zum Jubiläum nicht fehlen.

Die weiteren Filmmotive sind Teil eines Gewinnspiels mit attraktiven Preisen, das demnächst über die digitalen Kanäle des FILMKUNSTFESTs MV (Homepage, Newsletter, Facebook, Instagram), aber auch über den Einzelhandel in der Schweriner Innenstadt gestartet wird.

„Dass unser Filmfestival den gewohnten Umfang aufweisen wird, ist nicht zuletzt unseren Förderern, Sponsoren, Kooperations- und Medienpartnern zu verdanken, die uns auch in wirtschaftlich schwerer Zeit die Treue halten“, betont der für Sponsoring zuständige FILMLAND MV-Mitarbeiter Max-Peter Heyne: „Sie haben bereits mitten im Lockdown im Herbst 2020 unisono ihre Unterstützung zugesagt und damit ihre Verbundenheit zum FILMKUNSTFEST MV bewiesen.“

Zu den wesentlichen Unterstützern des 30. FILMKUNSTFESTs MV zählen allen voran das Land Mecklenburg-Vorpommern und die MV Filmförderung GmbH, die Landeshauptstadt Schwerin, die Kulturförderung des Medienpartners Norddeutscher Rundfunk, die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und ihre Stiftung, LOTTO Mecklenburg-Vorpommern, der Medienpartner Schweriner Volkszeitung, die Stadtwerke Schwerin, das Audi Zentrum Ahnefeld Schwerin, der Filmpalast Capitol Schwerin, die Lübz Brauerei, die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft, die Industrie- und Handelskammer Schwerin und die Sozial-Diakonische Arbeit/Evangelische Jugend. Als neuen Sponsor begrüßt das FILMKUNSTFEST MV die Ypsomed Produktion GmbH.

Das Gesamtprogramm des 30. FILMKUNSTFESTs MV wird am 19. August bekanntgegeben.

Das Logo und das Hauptmotiv des 30. FILMKUNSTFESTs MV zum Download finden Sie unter https://www.filmland-mv.de/filmkunstfest-mv/fachbesucher/presse-/-downloads

#FILMKUNSTzuHause statt FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern

Vom 5.-10. Mai 2020 waren 29 Filmprogramme als Online-Angebot abrufbar

Das FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern – mit bis zu 19.000 Besuchern eines der größten Publikumsfestivals in Ostdeutschland – fand in diesem Jahr aufgrund der Viruspandemie unter dem Motto#filmkunstzuhauseals Online-Ausgabe statt. 29 Filmprogramme mit 50 langen und kurzen Filmen waren zwischen dem 5.-10. Mai als Streaming-Angebote im Internet abrufbar. Alle Filmsektionen des FILMKUNSTFESTs MV waren im Angebot für ‚zu Hause‘ enthalten.

Die Streaming-Gebühr pro Langfilm bzw. Kurzfilmprogramm betrug einheitlich 4,99 Euro. 80% der Einnahmen leitete die FILMLAND MV gGmbH als Veranstalter direkt an die Leihgeber der Filme weiter, der Rest wurde für die technische Umsetzung benötigt. Die Zuschauer/innen der Filme unterstützten mit ihren Beiträgen also auch die Filmschaffenden.

Die FILMLAND MV gGmbH hat sich nach Prüfung mehrerer Online-Plattformen für eine Zusammenarbeit mit dem Schweriner IT-Unternehmen „bergwerk IT“ entschieden. Zu den branchenrelevanten Anforderungen gehören u.a. der sichere Kopier- und Downloadschutz, Geoblocking (die Streams dürfen außerhalb Deutschlands nicht verfügbar sein) sowie ein faires Vergütungsmodell.

Bilanz 29. FILMKUNSTFEST MV 2019

Dank eines sehr weiblichen, politischen und irisch geprägten Programms, starker Wettbewerbs­beiträge und einer erfolgreichen Katharina-Thalbach-Werkschau erreichte das 29. FILMKUNSTFEST MV die neue Rekordzahl von 19.200 Zuschauern, die sich 120 Filme ansahen. Der bisherige Rekord lag 2017 bei rund 18.000 Besuchern.

„Die 29. Ausgabe des FILMKUNSTFEST MV hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt der Künstle­rische Leiter, Volker Kufahl: „Wir freuen uns, dass die Besucher und die Jurys unsere sorgfältige Programmauswahl, in der viele Filme gesellschaftlich relevante Themen behandelt haben, zu schätzen wussten. Besonders freut mich, dass unser Gastland Irland auf ein so überraschend großes Interesse gestoßen ist.“

Der große Erfolg bahnte sich bereits an den ersten Festivaltagen an, als tausende Besucher in das Festivalkino, den Filmpalast Capitol in Schwerin, strömten, der dank der abgeschlossenen Renovierungs- und Umbauarbeiten nun zu einem der technisch modernsten Kinos in Deutschland zählt. Nach einem spannungsgeladenen Start mit der deutschen Premiere des Psychothrillers GRETA vom irischen Regie-Altmeister Neil Jordan (THE CRYING GAME, 1993) blieben die Zuschauerzahlen auf hohem Niveau.

Vor allem die Reihe mit aktuellen Produktionen aus dem diesjährigen Gastland Irland und die Werkschau zum Ehrengast Katharina Thalbach waren überdurchschnittlich gut besucht. Thalbach freute sich über die warmherzigen Worte vieler Fans und ihrer Laudatorin, der Schauspielkollegin Andreja Schneider (von den „Geschwistern Pfister“), bevor sie am Samstagabend – in Gegenwart ihrer Tochter Anna, die Mitglied der Spielfilmjury war – aus den Händen der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, den Ehrenpreis des Filmfestivals, den „Goldenen Ochsen“ entgegennahm. Als Freundin deftiger Kost freue sie sich, ausgerechnet einen Ochsen als Preis zu erhalten, sagt Katharina Thalbach unter dem Gelächter des Publikums, das sie mit stehenden Ovationen im ausverkauften Mecklenburgischen Staatstheater feierte.

Der prächtige Bau des Mecklenburgischen Staatstheaters war nach der Preisverleihung, aber auch schon einen Tag zuvor, Veranstaltungsort zweier Filmkonzerte zu Charlie Chaplins Stummfilmklassiker THE GOLD RUSH aus dem Jahr 1925. Das Mecklenburgische Staatsorchester unter Leitung von Martin Schelhaas, das Chaplins Partituren zum Film live spielte, wurde von jeweils 500 Besuchern bejubelt.

Katharina Thalbach war nicht nur bei mehreren Filmaufführungen der ihr gewidmeten Hommage präsent, sondern führte auch ein aufschlussreiches Werkstattgespräch mit dem renommierten Moderator und Filmjournalist Knut Elstermann, der mit Witz und Schwung auch in diesem Jahr wieder durch Festivaleröffnung und Preisverleihung führte. Thalbach berichtete unter anderem, dass ihr eine Sprecherzieherin schon als Jugendliche geweissagt habe, dass sie später eine dunklere Stimme bekommen würde. Dieses unnachahmliche Markenzeichen und Thalbachs schlagfertige, gewitzte und offene Art prägten auch ihre Auftritte auf dem Schweriner FILMKUNSTFEST MV.„Fliegender Ochse“ im Spielfilmwettbewerb ging an SYSTEMSPRENGER, der Ehrenpreis „Goldener Ochse“ an Katharina Thalbach

Neben dem Ehrenpreis wurden auch die 11 weiteren Auszeichnungen des Filmfestivals im Staatstheater vergeben. Der deutsche Spielfilm SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt erhielt den Hauptpreis „Der Fliegende Ochse“, den FIPRESCI-Kritikerpreis, den Preis für die Beste Musik- und Tongestaltung im Spielfilmwettbewerb und den Förderpreis der DEFA-Stiftung. Der österreichische Spielfilm DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN von Marie Kreutzer, der teils in Rostock und Wismar gedreht wurde, erhielt den NDR-Regiepreis, die Schauspielerin Valerie Pachner den Nachwuchsdarstellerpreis.

Als Bester Dokumentarfilm wurde der deutsche Beitrag der aus Grevesmühlen in Westmecklenburg stammenden Regisseurin Christin Freitag LET THE BELL RING über einen US-amerikanischen Boxer ausgezeichnet. Der Preis für die Beste Bildgestaltung ging an den Kameramann Daniel Samer für den Dokumentarfilm CONGO CALLING von Stephan Hilpert. Der LEO für den Besten Kinder- und Jugendfilm ging an den verspielten Berlin- und Abenteuerfilm CLEO des deutschen Regisseurs und Autors Erik Schmitt. Als Bester Kurzfilm im Wettbewerb wurde Hannah Dörrs MIDAS ODER DIE SCHWARZE LEINWAND ausgezeichnet. Das Publikum entschied sich für Sherry Hormanns Drama NUR EINE FRAU, der in Schwerin seine deutsche Premiere feierte. Stellvertretend für Sherry Hormann nahm Verleihchef Christoph Ott den Preis für den Film entgegen, dessen Firma NFP marketing & distribution den Film ab Donnerstag in ausgewählte deutsche Kinos bringt. Ott würdigte ebenso wie andere Festivalteilnehmer die Auswahl in den Wettbewerben und sagte: „Hier wird Exzellenz gezeigt.“

Besonders freuten sich die 13 Gäste aus Irland über die Neugier und Aufgeschlossenheit des Schweriner Festivalpublikums, allen voran der deutsch-irische Autor Ralf Sotscheck, der eine Lesung gab, der renommierte Fotograf Derek Speirs, dessen Ausstellung CHILDREN noch bis Ende Mai in Schwerin zu sehen ist, der Kurator des Cork-Film-Festival-Kurzfilmprogramms Don O’Mahony, die Schauspielerin Hazel Doupe (FLOAT LIKE A BUTTERFLY) und ihr Kollege Dafhyd Flynn (MICHAEL INSIDE). Einige der insgesamt 9 langen und 15 kurzen Filme, die das 29. FILMKUNSTFEST MV aus dem Gastland Irland präsentierte, nahmen Bezug auf den Bürgerkrieg in Nordirland, so auch die Dokumentation I, DOLOURS über die IRA-Anführerin Dolours Price von Maurice Sweeney, die als Deutschlandpremiere gezeigt wurde. Im Filmgespräch äußerte Sweeney die Befürchtung, dass die nicht verarbeiteten Traumata des Nordirland-Konfliktes insbesondere in der Generation der 16- bis 20-jährigen Nordiren zu einem Wiederaufflammen der Gewalt im Zuge des bevorstehenden Brexits führen könnten. Ein tragisches Indiz dafür sei die Ermordung der Journalistin Lyra McKee vor einigen Tagen gewesen.

Der irische Schwerpunkt des Festivals wurde maßgeblich vom Irish Film Institute, von Culture Ireland und dem Arts Council of Ireland gefördert.

Groß war auch wieder das Interesse an der populären Reihe "Gedreht in MV", speziell an mehreren politischen Diskussionen zu aktuellen Dokumentarfilmen, die das FILMKUNSTFEST MV in Kooperation mit mehreren politischen Stiftungen durchführte, darunter zum neuen Film SEESTÜCK von Volker Koepp (Rosa-Luxemburg-Stiftung MV) über das Zusammenleben vieler Nationen und neue politische Spannungen an der Ostsee, zu NICHT HIER UM ZU KRITISIEREN von Lucas Thiem über die Bedeutung des Theaters in der Demokratie (Friedrich-Ebert-Stiftung MV), zu STEINIG ODER GLATTLEBENSLINIEN JUNGER FLÜCHTLINGE von Dieter Schumann (im Jugendfilmwettbewerb; mit der Landeszentrale für politische Bildung MV).

Filme zur Geschichte der DDR und zur Wende fanden bei den Schwerinern ebenfalls starke Nachfrage, so z. B. Dokumentationen über DIE STASI IM KINDERZIMMER im Programm des Medienpartners NDR sowie über die Transformation der Volkspolizei der DDR im Prozess der Wiedervereinigung, zu welcher der letzte Innenminister der DDR, Peter-Michael Diestel, zu Gast war. In der Reihe "Gedreht in MV" war auch der bekannte Schauspieler Christoph M. Ohrt für die Uraufführung der Produktion CAMPING MIT HERZ zu Gast, der die Fragen von Besuchern und eigens angereister Fans ausführlich beantwortete.

Über einen vollen Saal konnte sich auch Regisseur Bernd Böhlich mit seinem Filmteam freuen, dessen Drama um eine unter Stalin in der UdSSR zu Unrecht verurteilte junge deutsche Kommunistin UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT im Spielfilmwettbewerb als Deutschlandpremiere zu sehen war. Böhlich brachte auch die Schauspielerinnen Swetlana Schönfeld, Barbara Schnitzler, Carlotta von Falkenhayn sowie den Schauspieler Peer Jäger mit. Auf ein großes Publikum stießen außerdem die neu digitalisierten DEFA-Filme der Regisseurin Evelyn Schmidt, DAS FAHRRAD und SEITENSPRUNG. In einer besonderen Veranstaltung erinnerte das Festival außerdem an den am 4. April verstorbenen Dokumentarfilmer Heinz Brinkmann, der 1991 zu den Mitbegründern des FILMKUNSTFEST MV gehört hatte.

Zu den weiteren Gästen des 29. FILMKUNSTFEST MV gehörten die Schauspieler Christoph M. Ohrt, Steffen Groth, Volker Zack, Ole Lagerpusch, Steffen Scheumann sowie deren Kolleginnen Gabriela Maria Schmeide, Margarita Breitkreiz, Sabrina Reiter, Daria Nosik, Anna Florkowski, Anna Hornstein, Birte Schnöink, Jennifer Sabel und Christina Große. Zu den Regisseuren und Regisseurinnen, die ihre Filme in Schwerin vorstellten, zählten Edward Berger, Erec Bremer, Peter Wawerzinek, Matthäus Wörle, Petra Lüschow, Evelyn Schmidt, Juliane Ebner, Christin Freitag, Katrin Schlösser, Annekatrin Hendel, Miriam Bliese, Nicole Huminski, Thomas Bartels und Anna Schwingenschuh. Aber auch zahlreiche Produzentinnen und Produzenten, Filmverleiher, Kameraleute und Editoren waren in Schwerin zu Gast.

Auf der von der FILM COMMISSION MV veranstalteten Branchenkonferenz am 2. Mai war vor einem rund fünfzigköpfigen Fachpublikum der gegenwärtige Stand der Film- und Medienförderung in Mecklenburg-Vorpommern Thema, nachdem sich schon Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Rahmen der Festivaleröffnung ausdrücklich zum Filmland Mecklenburg-Vorpommern und zum Ausbau der Filmförderung bekannt hatte. Neben der angestrebten institutionellen Neustrukturierung für die Filmförderung kündigte der Vertreter der Staatskanzlei an, dass es möglicherweise noch in diesem Jahr erstmalig eine Vergabe von Kinoprogrammpreisen in Mecklenburg-Vorpommern geben werde. Der Geschäftsführer der Filmland MV, Volker Kufahl, hob die zunehmende Attraktivität der Drehorte in Mecklenburg-Vorpommern hervor, die durch bessere Anreize und Förderinstrumente für die kreativen Unternehmen im Land noch gesteigert werden könne.

In einer weiteren Gesprächsrunde erläuterten unter anderem Michael Lehmann vom Studio Hamburg und Jochen Coldewey von der Nordmedia Film- und Medienförderung Niedersachsen, welche Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Film- und Medienförderung in einer veränderten Medienlandschaft etabliert werden müssen. Am Folgetag lud die FILM COMMISSION MV die Gäste des 29. FILMKUNSTFEST MV zum zweiten Mal zu einer Location Tour zu ungewöhnlichen Drehorten in Schwerin und Umgebung ein.

Festivaleröffnung

Hochspannung zum Start des 29. FILMKUNSTFEST MV in der Landeshauptstadt Schwerin dank der Deutschlandpremiere von Neil Jordans Psychothriller GRETA mit Isabelle Huppert und Chloë Grace Moretz.

Am Dienstagabend wurde die 29. Ausgabe des FILMKUNSTFEST MV im frisch renovierten Kino 1 des Filmpalasts Capitol von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, dem Botschafter der Republik Irland in Deutschland Michael Collins, dem Oberbürgermeister Schwerins Dr. Rico Badenschier, dem Geschäftsführer der Capitol Kino Schwerin GmbH Michael Pawlowski und dem Künstlerischen Leiter des Festivals Volker Kufahl feierlich eröffnet.

Zu den Gästen zählten zahlreiche Vertreter des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens Mecklenburg-Vorpommerns und der Landeshauptstadt sowie Prominenz aus der Film- und Fernsehbranche, darunter Vertreter der vier Fachjurys. Sie und die Jugendjury entscheiden in den kommenden Tagen über die insgesamt elf Festivalpreise mit Prämien im Gesamtwert von 47.000 Euro.

Zu den Jurymitgliedern zählen in diesem Jahr unter anderem die Schauspielerinnen Anna Thalbach, Jutta Hoffmann und Thelma Buabeng, der Filmeditor Hansjörg Weißbrich, die Szenenbildnerin Susanne Hopf, die in diesem Jahr für ihre Arbeit am Film GUNDERMANN mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, die Kamerafrau Sophie Maintigneux, die Produzentin Britta Strampe sowie die Regisseurin Marita Stocker und ihr Kollege Matthias Sahli. Regisseur und Spielfimjurymitglied Wolfgang Fischer gewann mit dem Film STYX, für den er beim 28. FILMKUNSTFEST MV unter anderem mit dem Hauptpreis im Spielfilmwettbewerb ausgezeichnet worden war, in diesem Jahr beim Deutschen Filmpreis vier Lolas. Anwesend waren zur Eröffnungsfeier auch die Schauspielerinnen Christina Große und Helene Zengel und ihre Kollegen Gustav Peter Wöhler, Christoph M. Ohrt und Steffen Groth. Sie stellten am ersten Festivaltag jeweils ihre neuen Filme SYSTEMSPRENGER (Spielfilmwettbewerb), DAS MENSCH (Kurzfilmwettbewerb), CAMPING MIT HERZ (AT) (Gedreht in MV) und ORANGENTAGE (Kinder- und Jugendfilmwettbewerb) vor und beantworteten in ausführlichen Publikumsgesprächen die Fragen von Besuchern und eigens angereister Fans.

Mit dem spannenden Psychothriller GRETA setzte der Eröffnungsfilm den ersten irischen Akzent des diesjährigen Gastlandes im Programm des Festivals. Der Geschäftsführer von Capelights Pictures Steffen Gerlach stellte den mit Isabelle Huppert, Chloë Grace Moretz und Stephen Rea starbesetzten Thriller in Schwerin zur Deutschlandpremiere persönlich vor, den sein Filmverleih ab dem 16. Mai in die deutschen Kinos bringt.

Aus dem Gastland Irland präsentiert das Festival insgesamt 24 aktuelle Lang- und Kurzfilme, ein Kurzfilmprogramm des Cork Film Festivals, eine Lesung des deutsch-irischen Autoren und Kolumnisten Ralf Sotscheck, eine Ausstellung des renommierten irischen Fotojournalisten Derek Speirs unter dem Titel CHILDREN sowie ein von Musikjournalist Ulli Grunert kuratiertes Programm mit Musikclips irischer und norddeutscher Bands, bei dem sich Bandleader wie John R. Carlson und Volker Michalowski alias Volker Zack („Zack! Comedy nach Maß“) am Vormittag des 1. Mai zum Fachgespräch einfanden.

Der Botschafter der Republik Irland in Deutschland Michael Collins erhielt für seine Ansprache bei der Eröffnungsfeier des Festivals viel Beifall, als er nicht nur auf die wachsende Bedeutung der Kunstform Film für die Außenwirkung des irischen Kulturleben hinwies (11 „Oscar“-Nominierungen für irische Filmschaffende allein in diesem Jahr), sondern auch auf die große, noch angestiegene Unterstützung der irischen Regierung und Bevölkerung für die Bedeutung der Europäischen Gemeinschaft. „Irland ist stolzes Mitglied der EU, und die Unterstützung für Irland als EU-Mitglied war noch nie so stark wie heute. Wir glauben an Europa, seine Bevölkerungen, seinen Wohlstand, seine Kreativität, Kultur und seine Zukunft“, so Botschafter Collins.

Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte die besondere Rolle Irlands in der EU und die Bedeutung des FILMKUNSTFEST MV für das Land Mecklenburg-Vorpommern: „Viele Fans und Kinobegeisterte haben das ganze Jahr auf den heutigen Tag hin gefiebert. Nirgendwo sind Filmemacher und Publikum so eng beieinander wie hier in meiner Heimatstadt Schwerin.“

Manuela Schwesig sagte zum Thema Filmförderung, dass „die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine neue Struktur geklärt sind und mehrere Optionen auf dem Tisch liegen“, die von der Landesregierung „noch näher geprüft werden“. Ziel ist die Schaffung „einer starken Institution, an der das Land unmittelbar beteiligt ist“, um Mecklenburg-Vorpommern als Filmland weiter zu stärken und allen Akteuren noch mehr Möglichkeiten zu eröffnen“, sagte die Ministerpräsidentin zur Eröffnung des 29. FILMKUNSTFEST MV.

Der Geschäftsführer der FILMLAND MV gGmbH und zugleich Künstlerische Leiter des Festivals Volker Kufahl rief in Hinblick auf ein mögliches Aufflammen des nordirischen Konflikts dazu auf, „sich für ein Europa einzusetzen, das sich nicht nach innen und nach außen abschottet, Milliarden für die Aufrüstung von Grenzpolizei und europäischer Armee ausgibt, sondern sich für Völkerverständigung, den Schutz der Menschen- und Bürgerrechte, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und selbstverständlich für kulturelle Vielfalt stark macht.“