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FILMKUNSTzuHause statt FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern

Vom 5.-10. Mai 2020 waren 29 Filmprogramme als Online-Angebot abrufbar

Das FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern – mit bis zu 19.000 Besuchern eines der größten Publikumsfestivals in Ostdeutschland – fand in diesem Jahr aufgrund der Viruspandemie unter dem Motto FILMKUNSTzuHause als Online-Ausgabe statt. 29 Filmprogramme mit 50 langen und kurzen Filmen waren zwischen dem 5.-10. Mai als Streaming-Angebote unter der Spezial-Website www.filmkunstfest.de im Internet abrufbar. Alle Filmsektionen des FILMKUNSTFESTs MV waren im Angebot für ‚zu Hause‘ enthalten.

Festivalleiter und FILMLAND MV Geschäftsführer Volker Kufahl: „Mit unserem digitalen Angebot möchten wir unserem treuen Festivalpublikum zumindest eine kleine Auswahl unseres hochwertigen Programms, das wir seit September 2019 vorbereiten, online präsentieren. Für unser Festivalteam war es sehr motivierend, nach der schmerzhaften Absage des Festivals an einer alternativen Lösung zu arbeiten, statt die Hände in den Schoß zu legen. Wir wissen, dass das Online-Streaming eines Films kein Ersatz für das genuine Kinoerlebnis ist, aber wir merken auch, dass wir momentan gute Filme bitter nötig haben: Kultur ist Lebensmittel“.

Die Streaming-Gebühr pro Langfilm bzw. Kurzfilmprogramm betrug einheitlich 4,99 Euro. 80% der Einnahmen leitete die FILMLAND MV gGmbH als Veranstalter direkt an die Leihgeber der Filme weiter, der Rest wurde für die technische Umsetzung benötigt. Die Zuschauer/innen der Filme unterstützten mit ihren Beiträgen also auch die Filmschaffenden.

Die FILMLAND MV gGmbH hat sich nach Prüfung mehrerer Online-Plattformen für eine Zusammenarbeit mit dem Schweriner IT-Unternehmen „bergwerk IT“ entschieden. Die gemeinsamen Erfahrungen mit dem Projekt sollen auch für zukünftige Online-Angebote genutzt werden können. Zu den branchenrelevanten Anforderungen gehören u.a. der sichere Kopier- und Downloadschutz, Geoblocking (die Streams dürfen außerhalb Deutschlands nicht verfügbar sein) sowie ein faires Vergütungsmodell.

Das Programm des Online-Filmfestivals FILMKUNSTzuHause können Sie unter www.filmkunstfest.de nachlesen.


Absage des 30. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern vom 5.-10. Mai 2020

Schweren Herzens und mit großem Bedauern sagt die FILMLAND MV gGmbH die Jubiläumsausgabe des 30. FILMKUNSTFESTs MV vom 5. bis 10. Mai 2020 im Einvernehmen mit der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern und dem Oberbürger­meister der Landeshauptstadt ab.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen, aber ist angesichts der aktuellen Situation unumgänglich. Die gesundheitlichen Risiken für unsere Gäste, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch im Mai zu hoch. Außerdem ist eine sinnvolle Vorbereitung des Festivals nicht mehr möglich, die Kinos sind auf unbestimmte Zeit geschlossen, die Verunsicherung bei den Filmschaffenden, den Partnern und Gästen des Festivals wie in unserem eigenen Team hat in den letzten zwei Wochen immer stärker zugenommen“, so der Künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV und Geschäftsführer der veranstaltenden FILMLAND MV gGmbH, Volker Kufahl.

„In dem jetzt abgesagten Festival stecken mehr als ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, Ideen, Kreativität, Leidenschaft, Hoffnungen und Vorfreude auf ein tolles Jubiläumsprogramm, das von Tag zu Tag mehr Gestalt angenommen hat – und dies vor dem Hintergrund eines Aufbruchs in der Film- und Kinoförderung, der die Filmbranche in unserem Bundesland sehr optimistisch gestimmt hat.
Das FILMKUNSTFEST MV hätte dieser Stimmung gern einen fröhlichen und festlichen Ausdruck verliehen. Stattdessen sind wir nun ganz unerwartet mit neuen Sorgen konfrontiert. Wir danken allen Filmschaffenden, Förderern und Partnern des Festivals für ihre Unterstützung und Solidarität – gemeinsam werden wir diese Krise überstehen!“

Wir danken unserem Publikum und unseren Partnern, die uns die Treue halten und freuen uns weiterhin auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Wie es weitergehen wird, lassen wir unser Publikum und unsere Partner rechtzeitig wissen!


Bilanz 29. FILMKUNSTFEST MV

Dank eines sehr weiblichen, politischen und irisch geprägten Programms, starker Wettbewerbs­beiträge und einer erfolgreichen Katharina-Thalbach-Werkschau erreichte das 29. FILMKUNSTFEST MV die neue Rekordzahl von 19.200 Zuschauern, die sich 120 Filme ansahen. Der bisherige Rekord lag 2017 bei rund 18.000 Besuchern.

„Die 29. Ausgabe des FILMKUNSTFEST MV hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt der Künstle­rische Leiter, Volker Kufahl: „Wir freuen uns, dass die Besucher und die Jurys unsere sorgfältige Programmauswahl, in der viele Filme gesellschaftlich relevante Themen behandelt haben, zu schätzen wussten. Besonders freut mich, dass unser Gastland Irland auf ein so überraschend großes Interesse gestoßen ist.“

Der große Erfolg bahnte sich bereits an den ersten Festivaltagen an, als tausende Besucher in das Festivalkino, den Filmpalast Capitol in Schwerin, strömten, der dank der abgeschlossenen Renovierungs- und Umbauarbeiten nun zu einem der technisch modernsten Kinos in Deutschland zählt. Nach einem spannungsgeladenen Start mit der deutschen Premiere des Psychothrillers GRETA vom irischen Regie-Altmeister Neil Jordan (THE CRYING GAME, 1993) blieben die Zuschauerzahlen auf hohem Niveau.

Vor allem die Reihe mit aktuellen Produktionen aus dem diesjährigen Gastland Irland und die Werkschau zum Ehrengast Katharina Thalbach waren überdurchschnittlich gut besucht. Thalbach freute sich über die warmherzigen Worte vieler Fans und ihrer Laudatorin, der Schauspielkollegin Andreja Schneider (von den „Geschwistern Pfister“), bevor sie am Samstagabend – in Gegenwart ihrer Tochter Anna, die Mitglied der Spielfilmjury war – aus den Händen der Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, den Ehrenpreis des Filmfestivals, den „Goldenen Ochsen“ entgegennahm. Als Freundin deftiger Kost freue sie sich, ausgerechnet einen Ochsen als Preis zu erhalten, sagt Katharina Thalbach unter dem Gelächter des Publikums, das sie mit stehenden Ovationen im ausverkauften Mecklenburgischen Staatstheater feierte.

Der prächtige Bau des Mecklenburgischen Staatstheaters war nach der Preisverleihung, aber auch schon einen Tag zuvor, Veranstaltungsort zweier Filmkonzerte zu Charlie Chaplins Stummfilmklassiker THE GOLD RUSH aus dem Jahr 1925. Das Mecklenburgische Staatsorchester unter Leitung von Martin Schelhaas, das Chaplins Partituren zum Film live spielte, wurde von jeweils 500 Besuchern bejubelt.

Katharina Thalbach war nicht nur bei mehreren Filmaufführungen der ihr gewidmeten Hommage präsent, sondern führte auch ein aufschlussreiches Werkstattgespräch mit dem renommierten Moderator und Filmjournalist Knut Elstermann, der mit Witz und Schwung auch in diesem Jahr wieder durch Festivaleröffnung und Preisverleihung führte. Thalbach berichtete unter anderem, dass ihr eine Sprecherzieherin schon als Jugendliche geweissagt habe, dass sie später eine dunklere Stimme bekommen würde. Dieses unnachahmliche Markenzeichen und Thalbachs schlagfertige, gewitzte und offene Art prägten auch ihre Auftritte auf dem Schweriner FILMKUNSTFEST MV.„Fliegender Ochse“ im Spielfilmwettbewerb ging an SYSTEMSPRENGER, der Ehrenpreis „Goldener Ochse“ an Katharina Thalbach

Neben dem Ehrenpreis wurden auch die 11 weiteren Auszeichnungen des Filmfestivals im Staatstheater vergeben. Der deutsche Spielfilm SYSTEMSPRENGER von Nora Fingscheidt erhielt den Hauptpreis „Der Fliegende Ochse“, den FIPRESCI-Kritikerpreis, den Preis für die Beste Musik- und Tongestaltung im Spielfilmwettbewerb und den Förderpreis der DEFA-Stiftung. Der österreichische Spielfilm DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN von Marie Kreutzer, der teils in Rostock und Wismar gedreht wurde, erhielt den NDR-Regiepreis, die Schauspielerin Valerie Pachner den Nachwuchsdarstellerpreis.

Als Bester Dokumentarfilm wurde der deutsche Beitrag der aus Grevesmühlen in Westmecklenburg stammenden Regisseurin Christin Freitag LET THE BELL RING über einen US-amerikanischen Boxer ausgezeichnet. Der Preis für die Beste Bildgestaltung ging an den Kameramann Daniel Samer für den Dokumentarfilm CONGO CALLING von Stephan Hilpert. Der LEO für den Besten Kinder- und Jugendfilm ging an den verspielten Berlin- und Abenteuerfilm CLEO des deutschen Regisseurs und Autors Erik Schmitt. Als Bester Kurzfilm im Wettbewerb wurde Hannah Dörrs MIDAS ODER DIE SCHWARZE LEINWAND ausgezeichnet. Das Publikum entschied sich für Sherry Hormanns Drama NUR EINE FRAU, der in Schwerin seine deutsche Premiere feierte. Stellvertretend für Sherry Hormann nahm Verleihchef Christoph Ott den Preis für den Film entgegen, dessen Firma NFP marketing & distribution den Film ab Donnerstag in ausgewählte deutsche Kinos bringt. Ott würdigte ebenso wie andere Festivalteilnehmer die Auswahl in den Wettbewerben und sagte: „Hier wird Exzellenz gezeigt.“

Besonders freuten sich die 13 Gäste aus Irland über die Neugier und Aufgeschlossenheit des Schweriner Festivalpublikums, allen voran der deutsch-irische Autor Ralf Sotscheck, der eine Lesung gab, der renommierte Fotograf Derek Speirs, dessen Ausstellung CHILDREN noch bis Ende Mai in Schwerin zu sehen ist, der Kurator des Cork-Film-Festival-Kurzfilmprogramms Don O’Mahony, die Schauspielerin Hazel Doupe (FLOAT LIKE A BUTTERFLY) und ihr Kollege Dafhyd Flynn (MICHAEL INSIDE). Einige der insgesamt 9 langen und 15 kurzen Filme, die das 29. FILMKUNSTFEST MV aus dem Gastland Irland präsentierte, nahmen Bezug auf den Bürgerkrieg in Nordirland, so auch die Dokumentation I, DOLOURS über die IRA-Anführerin Dolours Price von Maurice Sweeney, die als Deutschlandpremiere gezeigt wurde. Im Filmgespräch äußerte Sweeney die Befürchtung, dass die nicht verarbeiteten Traumata des Nordirland-Konfliktes insbesondere in der Generation der 16- bis 20-jährigen Nordiren zu einem Wiederaufflammen der Gewalt im Zuge des bevorstehenden Brexits führen könnten. Ein tragisches Indiz dafür sei die Ermordung der Journalistin Lyra McKee vor einigen Tagen gewesen.

Der irische Schwerpunkt des Festivals wurde maßgeblich vom Irish Film Institute, von Culture Ireland und dem Arts Council of Ireland gefördert.

Groß war auch wieder das Interesse an der populären Reihe "Gedreht in MV", speziell an mehreren politischen Diskussionen zu aktuellen Dokumentarfilmen, die das FILMKUNSTFEST MV in Kooperation mit mehreren politischen Stiftungen durchführte, darunter zum neuen Film SEESTÜCK von Volker Koepp (Rosa-Luxemburg-Stiftung MV) über das Zusammenleben vieler Nationen und neue politische Spannungen an der Ostsee, zu NICHT HIER UM ZU KRITISIEREN von Lucas Thiem über die Bedeutung des Theaters in der Demokratie (Friedrich-Ebert-Stiftung MV), zu STEINIG ODER GLATTLEBENSLINIEN JUNGER FLÜCHTLINGE von Dieter Schumann (im Jugendfilmwettbewerb; mit der Landeszentrale für politische Bildung MV).

Filme zur Geschichte der DDR und zur Wende fanden bei den Schwerinern ebenfalls starke Nachfrage, so z. B. Dokumentationen über DIE STASI IM KINDERZIMMER im Programm des Medienpartners NDR sowie über die Transformation der Volkspolizei der DDR im Prozess der Wiedervereinigung, zu welcher der letzte Innenminister der DDR, Peter-Michael Diestel, zu Gast war. In der Reihe "Gedreht in MV" war auch der bekannte Schauspieler Christoph M. Ohrt für die Uraufführung der Produktion CAMPING MIT HERZ zu Gast, der die Fragen von Besuchern und eigens angereister Fans ausführlich beantwortete.

Über einen vollen Saal konnte sich auch Regisseur Bernd Böhlich mit seinem Filmteam freuen, dessen Drama um eine unter Stalin in der UdSSR zu Unrecht verurteilte junge deutsche Kommunistin UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT im Spielfilmwettbewerb als Deutschlandpremiere zu sehen war. Böhlich brachte auch die Schauspielerinnen Swetlana Schönfeld, Barbara Schnitzler, Carlotta von Falkenhayn sowie den Schauspieler Peer Jäger mit. Auf ein großes Publikum stießen außerdem die neu digitalisierten DEFA-Filme der Regisseurin Evelyn Schmidt, DAS FAHRRAD und SEITENSPRUNG. In einer besonderen Veranstaltung erinnerte das Festival außerdem an den am 4. April verstorbenen Dokumentarfilmer Heinz Brinkmann, der 1991 zu den Mitbegründern des FILMKUNSTFEST MV gehört hatte.

Zu den weiteren Gästen des 29. FILMKUNSTFEST MV gehörten die Schauspieler Christoph M. Ohrt, Steffen Groth, Volker Zack, Ole Lagerpusch, Steffen Scheumann sowie deren Kolleginnen Gabriela Maria Schmeide, Margarita Breitkreiz, Sabrina Reiter, Daria Nosik, Anna Florkowski, Anna Hornstein, Birte Schnöink, Jennifer Sabel und Christina Große. Zu den Regisseuren und Regisseurinnen, die ihre Filme in Schwerin vorstellten, zählten Edward Berger, Erec Bremer, Peter Wawerzinek, Matthäus Wörle, Petra Lüschow, Evelyn Schmidt, Juliane Ebner, Christin Freitag, Katrin Schlösser, Annekatrin Hendel, Miriam Bliese, Nicole Huminski, Thomas Bartels und Anna Schwingenschuh. Aber auch zahlreiche Produzentinnen und Produzenten, Filmverleiher, Kameraleute und Editoren waren in Schwerin zu Gast.

Auf der von der FILM COMMISSION MV veranstalteten Branchenkonferenz am 2. Mai war vor einem rund fünfzigköpfigen Fachpublikum der gegenwärtige Stand der Film- und Medienförderung in Mecklenburg-Vorpommern Thema, nachdem sich schon Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Rahmen der Festivaleröffnung ausdrücklich zum Filmland Mecklenburg-Vorpommern und zum Ausbau der Filmförderung bekannt hatte. Neben der angestrebten institutionellen Neustrukturierung für die Filmförderung kündigte der Vertreter der Staatskanzlei an, dass es möglicherweise noch in diesem Jahr erstmalig eine Vergabe von Kinoprogrammpreisen in Mecklenburg-Vorpommern geben werde. Der Geschäftsführer der Filmland MV, Volker Kufahl, hob die zunehmende Attraktivität der Drehorte in Mecklenburg-Vorpommern hervor, die durch bessere Anreize und Förderinstrumente für die kreativen Unternehmen im Land noch gesteigert werden könne.

In einer weiteren Gesprächsrunde erläuterten unter anderem Michael Lehmann vom Studio Hamburg und Jochen Coldewey von der Nordmedia Film- und Medienförderung Niedersachsen, welche Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Film- und Medienförderung in einer veränderten Medienlandschaft etabliert werden müssen. Am Folgetag lud die FILM COMMISSION MV die Gäste des 29. FILMKUNSTFEST MV zum zweiten Mal zu einer Location Tour zu ungewöhnlichen Drehorten in Schwerin und Umgebung ein.

Festivaleröffnung 29. FILMKUNSTFEST MV

Hochspannung zum Start des 29. FILMKUNSTFEST MV in der Landeshauptstadt Schwerin dank der Deutschlandpremiere von Neil Jordans Psychothriller GRETA mit Isabelle Huppert und Chloë Grace Moretz.

Am Dienstagabend wurde die 29. Ausgabe des FILMKUNSTFEST MV im frisch renovierten Kino 1 des Filmpalasts Capitol von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, dem Botschafter der Republik Irland in Deutschland Michael Collins, dem Oberbürgermeister Schwerins Dr. Rico Badenschier, dem Geschäftsführer der Capitol Kino Schwerin GmbH Michael Pawlowski und dem Künstlerischen Leiter des Festivals Volker Kufahl feierlich eröffnet.

Zu den Gästen zählten zahlreiche Vertreter des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens Mecklenburg-Vorpommerns und der Landeshauptstadt sowie Prominenz aus der Film- und Fernsehbranche, darunter Vertreter der vier Fachjurys. Sie und die Jugendjury entscheiden in den kommenden Tagen über die insgesamt elf Festivalpreise mit Prämien im Gesamtwert von 47.000 Euro.

Zu den Jurymitgliedern zählen in diesem Jahr unter anderem die Schauspielerinnen Anna Thalbach, Jutta Hoffmann und Thelma Buabeng, der Filmeditor Hansjörg Weißbrich, die Szenenbildnerin Susanne Hopf, die in diesem Jahr für ihre Arbeit am Film GUNDERMANN mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, die Kamerafrau Sophie Maintigneux, die Produzentin Britta Strampe sowie die Regisseurin Marita Stocker und ihr Kollege Matthias Sahli. Regisseur und Spielfimjurymitglied Wolfgang Fischer gewann mit dem Film STYX, für den er beim 28. FILMKUNSTFEST MV unter anderem mit dem Hauptpreis im Spielfilmwettbewerb ausgezeichnet worden war, in diesem Jahr beim Deutschen Filmpreis vier Lolas. Anwesend waren zur Eröffnungsfeier auch die Schauspielerinnen Christina Große und Helene Zengel und ihre Kollegen Gustav Peter Wöhler, Christoph M. Ohrt und Steffen Groth. Sie stellten am ersten Festivaltag jeweils ihre neuen Filme SYSTEMSPRENGER (Spielfilmwettbewerb), DAS MENSCH (Kurzfilmwettbewerb), CAMPING MIT HERZ (AT) (Gedreht in MV) und ORANGENTAGE (Kinder- und Jugendfilmwettbewerb) vor und beantworteten in ausführlichen Publikumsgesprächen die Fragen von Besuchern und eigens angereister Fans.

Mit dem spannenden Psychothriller GRETA setzte der Eröffnungsfilm den ersten irischen Akzent des diesjährigen Gastlandes im Programm des Festivals. Der Geschäftsführer von Capelights Pictures Steffen Gerlach stellte den mit Isabelle Huppert, Chloë Grace Moretz und Stephen Rea starbesetzten Thriller in Schwerin zur Deutschlandpremiere persönlich vor, den sein Filmverleih ab dem 16. Mai in die deutschen Kinos bringt.

Aus dem Gastland Irland präsentiert das Festival insgesamt 24 aktuelle Lang- und Kurzfilme, ein Kurzfilmprogramm des Cork Film Festivals, eine Lesung des deutsch-irischen Autoren und Kolumnisten Ralf Sotscheck, eine Ausstellung des renommierten irischen Fotojournalisten Derek Speirs unter dem Titel CHILDREN sowie ein von Musikjournalist Ulli Grunert kuratiertes Programm mit Musikclips irischer und norddeutscher Bands, bei dem sich Bandleader wie John R. Carlson und Volker Michalowski alias Volker Zack („Zack! Comedy nach Maß“) am Vormittag des 1. Mai zum Fachgespräch einfanden.

Der Botschafter der Republik Irland in Deutschland Michael Collins erhielt für seine Ansprache bei der Eröffnungsfeier des Festivals viel Beifall, als er nicht nur auf die wachsende Bedeutung der Kunstform Film für die Außenwirkung des irischen Kulturleben hinwies (11 „Oscar“-Nominierungen für irische Filmschaffende allein in diesem Jahr), sondern auch auf die große, noch angestiegene Unterstützung der irischen Regierung und Bevölkerung für die Bedeutung der Europäischen Gemeinschaft. „Irland ist stolzes Mitglied der EU, und die Unterstützung für Irland als EU-Mitglied war noch nie so stark wie heute. Wir glauben an Europa, seine Bevölkerungen, seinen Wohlstand, seine Kreativität, Kultur und seine Zukunft“, so Botschafter Collins.

Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte die besondere Rolle Irlands in der EU und die Bedeutung des FILMKUNSTFEST MV für das Land Mecklenburg-Vorpommern: „Viele Fans und Kinobegeisterte haben das ganze Jahr auf den heutigen Tag hin gefiebert. Nirgendwo sind Filmemacher und Publikum so eng beieinander wie hier in meiner Heimatstadt Schwerin.“

Manuela Schwesig sagte zum Thema Filmförderung, dass „die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine neue Struktur geklärt sind und mehrere Optionen auf dem Tisch liegen“, die von der Landesregierung „noch näher geprüft werden“. Ziel ist die Schaffung „einer starken Institution, an der das Land unmittelbar beteiligt ist“, um Mecklenburg-Vorpommern als Filmland weiter zu stärken und allen Akteuren noch mehr Möglichkeiten zu eröffnen“, sagte die Ministerpräsidentin zur Eröffnung des 29. FILMKUNSTFEST MV.

Der Geschäftsführer der FILMLAND MV gGmbH und zugleich Künstlerische Leiter des Festivals Volker Kufahl rief in Hinblick auf ein mögliches Aufflammen des nordirischen Konflikts dazu auf, „sich für ein Europa einzusetzen, das sich nicht nach innen und nach außen abschottet, Milliarden für die Aufrüstung von Grenzpolizei und europäischer Armee ausgibt, sondern sich für Völkerverständigung, den Schutz der Menschen- und Bürgerrechte, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und selbstverständlich für kulturelle Vielfalt stark macht.“