Demokratie ist ein wertvolles Gut. Sie sichert uns ein Leben in einer Gesellschaft, in der Menschenwürde und Menschrechte geachtet und die Menschen vor juristischer Willkür geschützt sind. Doch die Demokratie ist nicht selbstverständlich, sie ist fragil. Das zeigen uns der zunehmende Rechtsextremismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus. Studienergebnisse wie zuletzt in der MEMO-Studie 2025 sind besorgniserregend: Über 38% fordern einen Schlussstrich unter die Erinnerung an das NS-Unrecht. Damit sind erstmals seit Beginn der Befragung mehr Menschen für einen Schlussstrich als dagegen.
Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus führt uns vor Augen, wie wichtig es ist,
dass wir die Demokratie tagtäglich mit Leben füllen. Die Machtübergabe an die Nationalsozialisten und mit ihr die Zerstörung der Demokratie und des Rechtstaats waren keine plötzlichen und unerwarteten Ereignisse. Viele Menschen wählten die NSDAP seit den 1920er Jahren aus Protest. Die menschenverachtenden und undemokratischen Ziele der NSDAP waren offen bekannt – und doch nahmen viele Wähler:innen diese in Kauf. Bei der unfreien Reichstagswahl 1933 gewann die NSDAP die absolute Mehrheit. Sie schaffte die Demokratie vollständig ab und ersetzte sie durch Gewalt und Willkür.
Mit dem Augen auf-Kinotag ermöglicht die Stiftung EVZ über das Medium Film und Kino
vor allem für junge Menschen emotionale und Empathie stärkende Zugänge zu historischen
Ereignissen des Nationalsozialismus und zu Biografien der Verfolgten. Die ausgewählten
Filme erzählen Geschichten berührend, zeitgemäß, und jugendgerecht und machen sie im Kinosaal gemeinsam erfahrbar. Wir schaffen im Kino Räume für anschließende Filmgespräche mit Regisseur:innen, Schauspieler:innen und dem Publikum.
Wir gehen bewusst ins Kino, um an das NS-Unrecht zu erinnern und uns gemeinsam darüber auszutauschen:
- Am Abend des 27. Januar veranstalten wir zeitgleich in allen sechs Städten ein außergewöhnliches
Kinoevent – mit einem Premierenfilm und anschließenden Filmgesprächen mit prominenten Gästen aus Film, Kultur und Gesellschaft. Offiziell eröffnet wird der Kinotag im Delphi Filmpalast in Berlin. - Am 27. und 28. Januar vormittags bieten wir für Schüler:innen ein sorgfältig kuratiertes
Schulkinoprogramm an. Filmschaffende stellen die Filme persönlich vor und besprechen sie im Anschluss gemeinsam mit den jungen Zuschauer:innen. - Zur inhaltlichen Vorbereitung des Kinotages gibt es für Lehrkräfte einen praxisnahen
Leitfaden und zu allen gezeigten Filmen umfangreiche Unterrichtsmaterialien.
Außerdem bieten wir Fortbildungen zur filmischen Vermittlung der Geschichte des
Nationalsozialismus und des Holocaust an.
Im li.wu. Rostock werden Das geheime Stockwerk (D 2026, ab Klasse 5) mit Schauspieler André Jung, Delegation (PL, ISR, D 2023 ab Klasse 7) mit Editorin Michal Oppenheim, Ein Sack voll Murmeln (F, CA, CZ, ab Klasse 7) mit Gast sowie In Liebe, Eure Hilde (D 2024, ab Klasse 9) mit Hauptdarsteller Johannes Hegemann geschaut.
Den Augen auf-Kinotag realisiert die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
(EVZ) gemeinsam mit der Agentur Jetzt & Morgen. VISION KINO, Netzwerk für Film und
Medienkompetenz, begleitet den Kinotag filmpädagogisch in Kooperation mit den SchulKinoWochen.
Infos zu Schulkino, Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien unter: www.visionkino.de/projekte/kinotag-zum-27-januar/
Mehr über den Kinotag erfahren Sie hier: www.augenauf-kinotag.de
7 Filme, 2 Filmpremieren, 12 Vorstellungen, in 3 Städten mit insgesamt 2000 Besucher:innen,
davon 750 Schüler:innen: Hier den Video-Rückblick zum Augen auf-Kinotag 2025 anschauen.
