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DDR ahoi - Regie: Lutz Pehnert

Produktion: Hoferichter & Jacobs GmbHGenre: DokumentarfilmDrehort M-V: Rostock und Umgebung, Stralsund, Sassnitz, MukranDrehzeit: Oktober 2009

Trotz katastrophaler Ausgangsbedingungen nach 1945 beschloss die DDR-Führung, den Ostseezugang wirtschaftlich zu nutzen. Erzählt wird die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang der DDR-Seefahrt.

 

Teil1:

Matrose war in der DDR ein begehrter Beruf. Man verdiente gut und kam in der Welt herum, während die Mehrzahl der DDR-Bürger nur mit dem Finger über den Globus fahren durfte. Die Schiffe am Ostseehorizont weckten im begrenzten Land Träume und Sehnsüchte. Für die DDR waren die Voraussetzungen, eine Seefahrernation zu werden, denkbar ungünstig. DDR-Schiff auf hoher See Die DDR als Seefahrer- nation? - Für den Staat war es ein schwieriger Anfang.

 

Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es auf dem Territorium der sowjetischen Besatzungszone kein einziges fahrtüchtiges Schiff. Die Hafenanlagen von Rostock, Stralsund, Wismar und Saßnitz waren größtenteils zerstört. Was noch funktionierte, wurde als Reparationsleistung an die Sowjetunion gezahlt. Trotz der katastrophalen Ausgangsbedingungen beschloss die DDR-Führung, den Ostseezugang wirtschaftlich zu nutzen und eine Fischerei- und Handelsflotte aufzubauen. In den 60er-Jahren entstand in Rostock ein neuer Überseehafen, die ganze Republik wurde für das Projekt mobilisiert. Ein eigener Hafen sparte Devisen und verbesserte die Bedingungen für den Außenhandel. So gelang es der DDR in den folgenden Jahren, eine beachtliche Handelsflotte aufzubauen und mit großen Trawlern auf den Weltmeeren zu fischen.

 

Teil 2:

 

Sogar zwei "Traumschiffe" leistete sich der Arbeiter-und-Bauern-Staat. Die DDR hatte die Weltmeere erobert. In den 80er-Jahren gehörten fast 180 Schiffe zur Handelsflotte, dazu kamen noch über 100 Fischereischiffe. 10.000 Mann Besatzung fuhren nun zur See. Im Fernsehen wurden maritime Unterhaltungssendungen präsentiert. Den Daheimgebliebenen verschwieg man jedoch, dass die "Traumschiffe der DDR" auch regelmäßig an westliche Reiseveranstalter vermietet wurden, dass sich auf großer Fahrt immer wieder Fluchtversuche ereigneten, dass die Fischfangergebnisse schon Ende der 70er-Jahre schlechter wurden und die strahlende DDR-Flotte immer mehr an Glanz verlor.

 

Teil 3:

Der dritte Teil ist aus dem Material der Seefahrer selbst entstanden.

 

Der dritte Teil von "DDR ahoi!" ist mit Hilfe der Seefahrer selbst entstanden. Sie haben der Redaktion umfangreiches Material geschickt: Filme, Fotos und Erlebnisberichte. Im Mittelpunkt von "Helden der See" stehen die persönlichen Erfahrungen der DDR-Seefahrer. Diese berichten vom Bordalltag, von Landgängen, von Frauen an Bord, von abenteuerlichen Tiertransporten, aber auch von Schwierigkeiten, sich in den kurzen Zeiten zwischen den monatelangen Seereisen wieder zu Hause zurechtzufinden. Sind doch die Erfahrungen, die sie in der Ferne gemacht haben, meist wenig vereinbar mit dem Alltag in der DDR.

 

(Quelle: mdr)