Wir retten den Filmschatz Mecklenburg-Vorpommerns – SPENDENAKTION!

10. Dezember 2012 | Kategorie: FilmLand MV, filmlocationMV

Gemeinsam mit der DEFA-Stiftung und unserem Medienpartner SVZ sammeln wir Ihre Spenden zur Rettung des Filmschatzes unseres Landes. Im Archiv der Stiftung schlummern viele Filmschätze, die der Technik der heutigen Zeit angemessen, nun digitalisiert werden müssen, um auch in Zukunft zeigbar zu bleiben.  JETZT MITMACHEN!!!

Jede Spende zählt! Alle Spender werden ab einer Spende von 20 Euro im Booklet des geplanten DVD-Samplers „Dokumentarfilme aus MV“ aufgeführt.

Spendenkonto
Kontoinhaber: DEFA-Stiftung
Kontonummer: 60 07 07 00 29
Bankleitzahl: 370 601 93
Bankinstitut: Pax-Bank eG

Wer sich schnell zu einer Spende entscheidet, kann sich einen Platz im Abspann eines von ihm ausgewählten Filmes sichern (ab 100 Euro)!

+++ Das besondere Geschenk! +++ Das Geld muss bis Samstag, den 15. Dezember auf dem Konto der DEFA-Stiftung eingegangen sein +++

Ludwigslust – Kulturhistorische Randnotizen
(DDR, 1977, R: Armin Georgi, 9 min)
Der Film macht den Zuschauer mit Ludwigslust, der „Perle Mecklenburgs“ bekannt.
Die Stadt entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als Residenz eines
Kleinstaatpotentaten. Man wollte und musste repräsentieren und hatte kein Geld.
Die Untertanen mussten sich etwas einfallen lassen und so wurde der erste
„Kunststoff“ – Pappmaché – zu höchster Vollendung entwickelt und als Ersatz für
Stuck, Schnitzerei, Kunstschmiedearbeiten und zu haltbaren Kopien fĂĽr Werke der
Bildhauerkunst benutzt. Aus der Filmfeuilleton-Serie „Kunstschätze“.

Jubiläum einer Stadt – 750 Jahre Rostock
(DDR, 1968, R: Winfried Junge, 24 min)
Aufnahmen von Rostock zu einer Suite von GĂĽnter Kochen, in 11 Teilen: Altstadt;
Hafen und Schiffstaufe; Fotos und Gemälde kriegszerstörtes Rostock; Fabriken
und BĂĽros, Altstadt, Neubauten; AusflĂĽgler am Meer, Hotels, Familien im Park;
Kinder zeichnen Gebäude; Gemälde von Schiffen im Sturm; Schiffe auf dem Meer;
Brautpaar; Säuglingsstation im Krankenhaus; Kinder auf Spielplatz; Straßenbahn;
Theaterprobe; Dekoration zur 750-Jahr-Feier in Rostock; Ankunft; der Gäste;
Begehung der Stadt; Festumzug; Morgendämmerung ĂĽber der Stadt…

Unterwegs im Bezirk Schwerin
(DDR, 1987, R: Klaus Schulze, 31 min)
Schwerin, GĂĽstrow und Umgebung werden mit ihrem Alltagsleben und ihren
Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Dazu gehören die Wohnsiedlungen und
historischen Bauwerke wie auch industrielle Produktion und traditionelles
Handwerk. Darüber hinaus werden Ferien- und Freizeitak@vitäten der Bürger
angesprochen, insbesondere am Wasser, und es wird regionale Kunst gezeigt.

Sommer, Sonne, AK 8
(DDR, 1956, R: Helmut Schneider, 19 min)
Kleine Geschichten von kleinen Leuten, die auszogen, das Filmen zu lernen.
Alles beginnt im Ausleihdienst der HO für Schmalfilmkameras… und findet seine
Fortsetzung am Strand der Ostsee, wo ein junges Paar seine Urlaubsreise dokumen-
tiert, oder in der Kleingartenkolonie, wo die Laubenpieper fröhlich feiern. Die AK 8
bewährt sich sogar unter Wasser, wo die Kameraden von der GST eine Runde Skat
spielen. Der mittlerweile Kultstatus genieĂźende Leitfaden fĂĽr Schmalfilmfreunde
sollte die Lust zum Selberdrehen entwickeln helfen.

Essay ĂĽber ein Fischweib oder Min Herzing
(DDR, 1974, R: Uwe Belz, 15 min)
Sie selbst nennt sich ein Fischerweib, und zu ihren Kunden sagt sie ohne Ansehen der
Person, „Min Herzing“. 72 Jahre ist sie alt, ĂĽber 50 Jahre lang hat sie als Fischverkäuferin
gearbeitet. Mit fĂĽnfzehn fuhr sie mit dem Vater raus zum Fischfang, mit zwanzig
brachte sie, in großen Körben, zum ersten mal Fische nach Rostock, zunächst in die
Villas, und dann saß sie auf dem Fischmarkt. Uwe Belz hat die Fischverkäuferin vom
Markt in Warnemünde an ihrem letzten Arbeitstag porträtiert.
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Durch Ihre Unterstützung kann dieser DEFA-Dokumentarfilm digitalisiert werden und ist bald auf DVD erhältlich.
Als Dankeschön für Ihr wunderbares Engagement um den deutschen Film erhalten Sie folgende Geschenke.
Bei einer Spendensumme

ab 20 Euro: Ihr Name erscheint im Booklet der DVD
ab 100 Euro: Ihr Name erscheint im Booklet der DVD und im Abspann des Films und Sie erhalten eine exklusive BelegDVD
ab 500 Euro: Ihr Name erscheint im Booklet der DVD und im Abspann des Films, Sie erhalten eine exklusive BelegDVD
und Sie bekommen eine Dauerkarte fĂĽr das 23. filmkunstest Mecklenburg-Vorpommern (30. April bis 05. Mai 2013)

Da die Digitalisierung eines Films ungefähr zwei Monate dauert, wird Ihr exklusives Belegexemplar im Frühjahr 2013 bei Ihnen eintreffen.

+++

Partner der Aktion (c) SVZ, 6. Dezember 2012

 

Artikel der SVZ vom 6. Dezember 2012 – Autor Holger Kankel
Im Filmarchiv schlummern 10 000 Dornröschen

Dokumentarfilme, die nur noch im Archiv liegen, sind so gut wie tot – Gemeinsam mit unseren Lesern wollen wir in einer großen Spendenaktion diese Geschichten zu neuem Leben erwecken

Eine Prinzessin ist eine Prinzessin. Auch wenn sie 100 Jahre hinter einer dichten Dornenhecke schläft. Nur, eine schlafende Märchenprin-zessin, an deren Schönheit sich niemand erfreuen kann, ist – nutzlos, nicht von dieser Welt, fast schon tot. Gut, dass irgendwann der Prinz geritten kommt…

Auch Kunst kann im Dornröschenschlaf liegen. Bilder, die niemand sieht, Bücher, die niemand liest, Filme, die niemand schaut, sind eigentlich tot. Gut, dass es Bibliotheken oder Museen gibt.

Und die DEFA-Stiftung, Herrin über mehr als 12 000 Filme, die zwischen 1946 und 1991 in den DEFA-Studios entstanden sind. 1000 Spiel- und Kurzspielfilme, 6000 Dokumentarfilme und Wochenschauen sowie 800 Trickfilme, Synchronisationen und Werbefilme – was in Zahlen zwar gewaltig, aber eher nüchtern klingt, ist ein riesiges, unbezahlbares Erbe. Ein kulturhistorischer Schatz, den Generationen von Filmemachern geschaffen, Filme, die Generationen von Zuschauern erfreut, erhitzt, unterhalten und verärgert haben.

Um dieses filmische Erbe der DDR zu bewahren und lebendig zu halten, wurde 1998 die gemeinnĂĽtzige DEFA-Stiftung mit Sitz in Berlin gegrĂĽndet. Sie stellt gemeinsam mit dem Progress-Filmverleih Filme fĂĽr Festivals, Kinos oder Fernsehsender zur VerfĂĽgung.

Genau das wird in Zukunft mit der immer rasanteren Digitalisierung der Welt schwierig bis unmöglich. Denn die DEFA-Filme sind mittlerweile 20 bis 70 Jahre alt und liegen überwiegend in Originalbild-Negativen und 35-mm-Kopien vor, also in jenen Filmdosen, wie sie die Filmvorführer heute noch durch die Kinos schleppen. Doch immer mehr Kinos steigen derzeit auf Digitaltechnik um. In zehn Jahren, schätzt der Vorstand der DEFA-Stiftung, Ralf Schenk, wird es in Deutschland nur noch etwa 50 kleinere Kinos geben, die mit 35-mm-Technik ausgestattet sind. Der einzige Weg, den Filmstock der DEFA-Stiftung am Leben zu erhalten, kann also nur die Digitalisierung des Filmmaterials sein. Oder wenigstens des attraktivsten, gefragtesten Teils der mehr als 12 000 Filme.

Ohne Spenden ist der Filmschatz verloren

Die Digitalisierung eines Filmes ist ein technisch aufwändiger und sehr teurer Prozess. Im Fall von Konrad Wolfs „Goya“ (1971) kostete die digitale Bild- und Tonrestaurierung gar 45 000 Euro, normal sind für einen Spielfilm 10 000 bis 15 000 Euro und für einen Dokumentarfilm je nach Länge 2000 bis 8000 Euro.

Diese Summen erklären sich durch die vielen Schritte der digitalen Bearbeitung – von der Suche und Auswahl der Filme im Bundesfilmarchiv, der Reinigung des Films, der Umwandlung der analogen Bilder in digitale Dateien, der Korrektur von Verzerrungen, Schrammen, Farbfehlern, Bildrissen usw. bis zur Tonbearbeitung und der Überspielung auf ein Speichermedium, also auf Festplatten oder HDCAM-Kassetten.

So konnten in den vergangenen Jahren bereits Filmklassiker wie „Das kalte Herz“ (1950), „Die Söhne der großen Bärin“ (1965) oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (DDR/ CSSR, 1973) gerettet werden.

Nun sollen nach und nach auch Dokumentarfilme digitalisiert werden. Wegen der guten Beziehungen der DEFA-Stiftung zum Schweriner Filmkunstfest und zur FilmLand M-V gGmbH entschied sich die Stiftung, mit Dok.-Filmen aus den drei Nordbezirken der DDR zu beginnen. Seit 2009 spürte Iris Seidel von der DEFA-Stiftung sage und schreibe 1000 Filme auf, die Geschichten aus MV erzählen.

Mit Eigenmitteln der Stiftung und Mitteln des Landes MV konnten bereits elf dieser Filme digitalisiert werden. Nun fehlen noch 10 000 Euro, um vorerst weitere fĂĽnf Dokumentarfilme aus MV zu bewahren.

In einer Gemeinschaftsaktion der DEFA-Stiftung und der FilmLand M-V gGmbH wollen wir als Zeitung gemeinsam mit unseren Lesern diese fünf Filme, die u. a. in Rostock und Schwerin, in Ludwigslust und Güstrow spielen, für die Filmgeschichte retten. Denn diese Filme zeigen nicht nur, wie es früher im Norden ausgesehen hat, sie erzählen auch davon, wie die Menschen fühlten und dachten, was sie aussprachen – und verschwiegen. Und damit sind die Filme zugleich Ausschnitte aus dem Leben unserer Eltern und Großeltern, also auch ein Stück von uns selbst. Holger Kankel

 

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