Filmkunstfest MV
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Rekordbesuch krönt erfolgreiches 27. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern

Preisträger 2017 / Fotogalerien

Die Rekordzahl von rund 18.500 Tickets, zahlreiche positive Rückmeldungen der Festivalgäste und eine stimmungsvolle Preisverleihung voller heiterer und persönlicher Momente krönten ein in jeder Hinsicht erfolgreiches FILMKUNSTFEST MV 2017. Bei der feierlichen Preisgala am Samstagabend lobten die Jurymitglieder und Preisträger unisono die herzliche Atmosphäre und Gastfreundschaft, die sie in Schwerin erfahren haben, sowie das besondere Niveau des Festivalprogramms. Besonders herzliche Dankesworte gegenüber den Mitarbeitern des Festivals äußerte der aus der Schweiz angereiste Journalist Peter Holdener für die FIPRESCI-Kritikerjury. Seine mit trockenem Witz versetzte Ansprache gehörte zu mehreren, persönlich gehaltenen Reden, die dem Abend eine unvergessliche Note verliehen. Moderator Frank Breuner, der für den erkrankten Knut Elstermann eingesprungen war, führte mit Witz und Tempo durch die Gala.

Auch die Ehrenpreisträgerin des 27. FILMKUNSTFESTs MV, Iris Berben, war nicht nur angesichts der warmherzigen Laudatio ihrer Kollegin Carmen-Maja Antoni zu Tränen gerührt: „Alle Kollegen, denen ich erzählt habe, dass ich zum Schweriner Festival fahre, hatten ein Leuchten in den Augen. Jetzt weiß ich, warum.“ Unter Standing Ovations und Jubel der über 600 Gäste der Preisverleihung nahm Iris Berben des „Goldenen Ochsen“ des FILMKUNSTFETs MV entgegen und versprach, nach Schwerin zurückzukehren. Die Ehrenpreisträgerin eroberte dank ihrer offenen und heiteren Art die Herzen des Publikums im Handumdrehen. Wie man es von der Präsidentin der Deutschen Filmakademie kennt, nutzte sie ihre Auftritte, darunter ein Werkstatt- und ein Filmgespräch im Festivalkino, auch für Plädoyers für gesellschaftspolitisches Engagement. Bei der Preisverleihung richtete Iris Berben an alle Bürger, vor allem aber an die Filmschaffenden und Künstler einen Appell, die demokratischen Grundrechte und Freiheiten sowie den europäischen Einigungsgedanken zu verteidigen und sich klar gegen „rückwärtsgewandte, rechtspopulistische, nationalistische, antisemitische und frauenverachtende Bestrebungen“ zu stellen. „Der gegenwärtige Weltenlauf erlaubt keine Sprachlosigkeit“, so Berben.

Angesichts einer noch immer unterentwickelten Repräsentanz weiblicher Filmschaffender in Deutschland äußerte sich Iris Berben hocherfreut darüber, „heute abend so viele Frauen auf dem Podium zu sehen“. Dank eines hälftigen Frauenanteils in fast allen Wettbewerbsprogrammen des 27. FILMKUNSTFESTs MV war auch der Anteil an weiblichen Gewinnern hoch. Fast alle Preise gingen außerdem an Debütfilme, was den Status des Schweriner Festivals als wichtiges Forum für den deutschen Filmnachwuchs unterstreicht. Viele der PreisträgerInnen hatten ihre Debütfilme mit schmalen Budgets realisiert und äußerten sich in emotionalen Dankesreden entsprechend erleichtert darüber, in den Genuss der gestifteten Preisgelder in einer Gesamthöhe von über € 40.000 zu kommen. Die drei Mitglieder der Dokumentarfilmjury Helke Misselwitz, Grit Lemke und Britta Wauer regten an, ähnlich wie im Spielfilmwettbewerb auch im Dokumentarfilmwettbewerb mehr Preise zu vergeben und appellierten an potentielle Sponsoren und Stifter, sich dafür zu engagieren.

Ministerpräsident Erwin Sellering und Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier unterstrichen die besondere Bedeutung des Festivals als Kulturattraktion für die Stadt und die Region: „Die Stadt war wieder im Filmfieber“, so der Ministerpräsident. Sellering kündigte an, durch die Zusammenführung der wirtschaftlichen und kulturellen Filmförderung in der Staatskanzlei und Gespräche über eine Beteiligung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten „verbesserte Strukturen“ zu schaffen, die das Filmland Mecklenburg-Vorpommern stärken. Der Ministerpräsident dankte dem künstlerischen Leiter des FILMKUNSTFESTs MV, Volker Kufahl, dafür, dem traditionsreichen Festival mit „frischen Ideen“ ein „klares Profil“ verliehen zu haben: „Wir können stolz sein auf unser Filmkunstfest hier in Schwerin“. Kufahl selbst zeigte sich hochzufrieden darüber, dass es ihm und seinem Team gelungen sei, ein inhaltlich und politisch engagiertes, abwechslungsreiches und „inhaltlich stark aufgestelltes Programm“ präsentiert zu haben.

Das vielfältige Programm – darunter Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen – stieß auf großes Interesse. Mitreißend ging es beim Konzert von Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler mit seiner Band zu. Die ostdeutsche Kultband „Karussell“, Protagonistin des mit dem „Wir-Vielfaltspreis“ ausgezeichneten Dokumentarfilms „Ela singt“, spielte einen kraftvollen Liveset. Komponist und Musiker Michael Riessler und Corinna Fuhrmann begleiteten den Asta-Nielsen-Klassiker „Hamlet“ von 1920 mit Bassklarinette und Synthesizer.

Zur Präsentation ihrer Beiträge im Spiel-, Dokumentar-, Jugend- und Kurzfilmwettbewerb waren viele Filmschaffende anwesend, unter anderem die Regisseurinnen Mirjam Unger („Maikäfer, flieg!“, Jugendfilmwettbewerb) und Tereza Kotyk („Home is Here“, Spielfilmwettbewerb) aus Österreich, Astrid Schult („Winterjagd“) und Mia Spengler („Back for Good“, beide Spielfilmwettbewerb) aus Berlin und Signe Astrup aus Dänemark („Die vergessene Armee“, Dokumentarfilmwettbewerb). Weitere Gäste des Festivals waren unter anderem der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase, die Kostümbildnerin Stefanie Bieker (Europäischer Filmpreis 2016), die Produzenten Malte Grunert, Sebastian Sawetzki und Peter Hartwig, die Verleiher/innen Torsten Frehse (Neue Visionen), Manuela Stehr und Martin Kochendörfer (X Filme) sowie die Schauspieler/innen Sylvester Groth, Jaeckie Schwarz, Andreas Lust, Karsten Antonio Mielke, Viktoria Trauttmannsdorff, Liv Lisa Fires, Elisabeth Degen, Kim Riedle, Carolyn Genzkow und Artemis Chalkidou.
Insgesamt waren 110 Filmschaffende, 35 Journalisten und 41 Fachbesucher akkreditiert.

Auf dem Empfang der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und des NDR sowie auf dem traditionellen Filmemacherfrühstück am Burgsee vor Schlosskulisse tauschten sich die Filmteams in ungezwungener Atmosphäre aus. Locker ging es auch bei den Late Night Talks im Festivalcafé Platon zu, die NDR-Moderator Wolfram Pilz kenntnisreich und charmant bis in die späte Nacht absolvierte.

Zum Abschluss des Festivals waren sich nicht nur die Olsenbanden-Fans einig: Das 27. FILMKUNSTFEST MV war „mächtig gewaltig“.

Das Gesamtprogramm 2017 mit allen Details zu allen Filmen im Programm finden Sie hier.

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