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Drehbuchstipendien „film residence Mecklenburg-Vorpommern“ werden vergeben!

Chris Kraus (Bild: Roland Horn), Carl Gerber (Bild: privat)
Chris Kraus (Bild: Roland Horn), Carl Gerber (Bild: privat)

Trotz Corona-Krise vergeben FILMKUNSTFEST MV und Künstlerhaus Lukas in Kooperation mit der Kurverwaltung Ahrenshoop und dem Hotel THE GRAND Stipendien für die Entwicklung von Drehbüchern

Traditionell wurden in den vergangenen Jahren bei der Eröffnungsfeier des
FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern Stipendien für Drehbuchautoren und -Autorinnen vergeben. Obwohl das reguläre Filmfestival in Schwerin mit der Bekanntgabe der Preisträger*innen aufgrund der Coronavirus-Gefahr in diesem Jahr nicht stattfinden kann, werden die Drehbuchstipendien „film residence Mecklenburg-Vorpommern“für November 2020 dennoch vergeben! Die Stipendien werden maßgeblich vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und anteilig vom Künstlerhaus Ahrenshoop e.V. finanziert sowie von privaten Sponsoren unterstützt.
In diesem Jahr können sich gleich vier Drehbuchautor*innen auf einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im November 2020 im Künstlerhaus Lukas bzw. im Hotel THE GRAND inklusive 1.000 € Stipendiengeld freuen.

Das Ehrenstipendium 2020 erhält nach einem Votum des künstlerischen Leiters des FILMKUNSTFESTs MV, Volker Kufahl zusammen mit den Kuratoren der deutschsprachigen Programme Cornelis Hähnel und Antje Naß und der Leiterin des Künstlerhauses Lukas, Gerlinde Creutzburg, der Drehbuchautor und Regisseur Chris Kraus.       

Chris Kraus wurde 1963 in Göttingen geboren und betätigte sich bereits während seines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) als Drehbuchautor fürs Fernsehen (u.a. für die Serie „Marga Engel schlägt zurück“), Lektor und dramaturgischer Berater u.a. für Volker Schlöndorff und Rosa von Praunheim. Seit 2002 ist er auch Regisseur und verfilmt eigene Drehbücher, darunter die Familientragödie „Scherbentanz“ (2002) und das Drama um eine hochbegabte Klavierschülerin „Vier Minuten“ (2005), das mehr als 60 nationalen und internationalen Auszeichnungen erhielt. Auch das Historiendrama „Poll“ (2010) und die Tragikomödie „Die Blumen von gestern“ (2016) brachten Kraus bei Publikum und Presse viel Anerkennung. Kraus ist auch ein international beachteter Romanautor und gewann für seinen jüngsten Roman „Das kalte Blut“ Nominierungen für vier der wichtigsten französischen Literaturpreise. Zum Ehrenstipendium und seinem Arbeitsaufenthalt in Ahrenshoop im November sagt Kraus: „Das ist wirklich eine unglaubliche Geste. Ich fühle mich geschmeichelt und geehrt.“

Ein Förderstipendium wurde erstmals ausgeschrieben. Von den acht hochkarätigen Einsendungen wählte die Jury – der künstlerische Leiter des FILMKUNSTFEST MV Volker Kufahl und die Kuratoren Cornelis Hähnel und Antje Naß in Abstimmung mit dem Künstlerhaus Lukas – das Treatment des Drehbuchautoren Carl Gerber mit dem Arbeitstitel „Mascha“ als besonders vielversprechend aus. Darin schildert Gerber die Herausforderungen einer Mutter, deren 29-jähriger Sohn unter bipolarer Störung leidet. Gerber wird diesen Entwurf im Künstlerhaus in Ahrenshoop im Herbst weiter ausarbeiten. Sein großes Talent hat Carl Gerber, der 1985 in Mainz geboren wurde und an der Filmhochschule Ludwigsburg studierte, bereits mit seinem ersten Drehbuch für einen abendfüllenden Kinofilm bewiesen: Gemeinsam mit der Regisseurin Anne Zohra Berrached verfasste er die Vorlage für das bewegende Filmdrama „24 Wochen“ (2016) über eine riskante Schwangerschaft mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel in den Hauptrollen. Der Film erhielt rund ein Dutzend Auszeichnungen, drei davon auf dem FILMKUNSTFEST MV 2016, nämlich den DEFA-Förderpreis, den NDR-Regiepreis und den Publikumspreis der Schweriner Volkszeitung. Carl Gerber schrieb auch die Vorlagen für Kurzfilme der Regisseurin Nora Fingscheidt, die im vergangenen Jahr in Schwerin vier Preise für ihren Langfilm „Systemsprenger“ erhielt.

Über zwei weitere Förderstipendien wurde bei den letzten Ahrenshooper Filmnächten im November 2019 entschieden. Das jährlich von der Kurverwaltung Ahrenshoop für den Wettbewerb auszulobende Stipendium sprach die Jury mit Max Moor, Kathrin Angerer und Henry Hübchen der Drehbuchautorin und Regisseurin Katrin Gebbe zu. Im Spielfilmwettbewerb des Festivals war Katrin Gebbe mit dem Mutter-Tochter-Drama „Pelikanblut“ mit Nina Hoss in der Hauptrolle vertreten, für das Gebbe eigens die Vorlage geschrieben hat. Katrin Gebbe ist Jahrgang 1983 und absolvierte unter anderem den Master-Studiengang Filmregie an der Hamburg Media School.

Auch Michael Fetter Nathansky, Jahrgang 1993 und Regie-Absolvent der Filmuniversität Babelsberg, präsentierte bei den Ahrenshooper Filmnächten 2019 einen Beitrag, den er nach einem eigenen Drehbuch inszeniert hatte, die Tragikomödie „Sag du es mir“. Darüber urteilte die dreiköpfige Jury: „Man will nach einem solchen Erstlingswerk mehr Filme von diesem jungen Regietalent sehen.“ Einen spontanen Grundstein dafür legte der Geschäftsführer des THE GRAND Ahrenshoop Oliver Schmidt, indem er einen zusätzlichen Preis und damit für 2020 ein zusätzliches Stipendium ermöglichte.

Das Publikum der Ahrenshooper Filmnächte 2020 kann sich also auf vier zusätzliche Filmbeiträge freuen, mit denen das Sonderprogramm des inzwischen sehr beliebten Filmfestes gestaltet wird. Die 16. Ahrenshooper Filmnächte finden vom 11. – 14. November 2020 statt, dies unter Leitung von Volker Kufahl und Roland Völcker.