Filmkunstfest MV
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29. FILMKUNSTFEST MV | 30 APRIL bis 5 MAI 2019

Das 29. FILMKUNSTFEST MV wird am 30. April mit der Deutschland­premiere des irischen Psychothrillers „Greta“ von Neil Jordan in der Landeshauptstadt Schwerin eröffnet.

Gesamtprogramm der vier Wettbewerbe und sieben nicht-kompetitiven Festivalreihen besteht aus 74 langen und 46 kurzen Filmen aus 23 Ländern

14 Uraufführungen und 19 deutsche Premieren als Rekord

„2019 wird ein starker Festivaljahrgang. Ich denke, dass wir eine qualitativ herausragende als auch sehr publikumswirksame Filmauswahl getroffen haben“, so Festivalleiter Volker Kufahl bei der Vorstellung des Programms.

 

„Greta“ setzt den ersten irischen Akzent im Programm des Festivals, dessen Länder­schwer­punkt in diesem Jahr der grünen Insel gewidmet ist. Allein in seinem irischen Fokus  präsentiert das Festival insgesamt 24 aktuelle Lang- und Kurzfilme, eine Lesung des deutsch-irischen Autors und Kolumnisten Ralf Sotscheck sowie eine Ausstellung des renommierten Fotojournalisten Derek Speirs unter dem Titel „Children“. Das irische Cork Film Festival ist mit einem Kurzfilmprogramm zu Gast.

 

Oscar®-Preisträger Neil Jordan, der Klassiker wie „The Crying Game“, „Interview mit einem Vampir“ und „Die Zeit der Wölfe“ geschaffen hat, inszeniert in seinem neuen Psychothriller „Greta“ das verhängnisvolle Aufeinandertreffen zweier ungleicher Frauen.

 

Frances (Chloë Grace Moretz) findet eine Handtasche in der New Yorker U-Bahn und zögert nicht, sie der rechtmäßigen Besitzerin nach Hause zu bringen. Die Tasche gehört der eleganten Witwe Greta (Isabelle Huppert), die sich sehr über den Besuch der jungen Frau freut. Schnell freundet sich Frances mit der älteren Dame an, denn das Schicksal scheint zwei einsame Seelen zusammengeführt zu haben. Doch schon bald findet sie heraus, dass Greta ihre Handtaschen nur als Köder auslegt, um die ehrlichen Finder zu sich zu locken.

Zur Aufführung des Films wird der bekannte irische Schauspieler Stephen Rea erwartet, der in dem Film einen Privatdetektiv auf den Spuren von „Greta“ verkörpert. Moderiert werden die Festivaleröffnung wie die Preisverleihung von radio-eins-Moderator Knut Elstermann.

 

Das mit über 18.000 Besuchern (2018) besucherstärkste Filmfestival in Ostdeutsch­land präsentiert in seiner 29. Ausgabe wieder aktuelle deutschsprachige Produktionen (einschließlich Österreich und der Schweiz) in vier Wettbewerben für Spiel-, Dokumentar-, Kurz- und Jugendfilme. Zusammen mit sieben weiteren Reihen und einigen Sondervorführungen werden 2019 insgesamt 120 lange und kurze Filme aus 23 Nationen gezeigt; die große Mehrzahl aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Gastland Irland sowie Frankreich (im Rahmen des französischen Jugendfilmfestivals Cinéfête).

 

14 Uraufführungen finden sich im Programm, darunter der autobiographische Dokumentarfilm „Lievalleen“ des in Rostock geborenen Autors Peter Wawerzinek (Co-Regie Steffen Sebastian), das ethnographische Roadmovie „Sagan Dalja“ des Braunschweiger Filmemachers Thomas Bartels im Dokumentarfilmwettbewerb, die Kurzfilme „Das Mensch“ von Sophie Linnenbaum, „Alternativen“ von Benjamin Kramme und „Vor aller Augen“ von Juliane Ebner im Kurzfilmwettbewerb, die Dokumentarfilme „Status Mensch, eine Frage der Zeit“ von Dieter Schumann, „An der Bruchkante“ von Anne Andersen sowie „Nicht hier um zu kritisieren“ von Lucas Thiem in der Reihe „Gedreht in MV“.

Ausweis für die starke Drehtätigkeit im Bundesland sind außerdem die drei abendfüllenden ARD-Degeto-Fernsehfilme CAMPING MIT HERZ (AT) von Josh Broecker, KÄTHE UND ICH (AT) von Philipp Osthus und MEIN SCHWIE­GER­­VATER, DER CAMPER von Holger Haase, die weit vor Sendetermin ebenfalls ihre Uraufführung in Schwerin in der Reihe „Gedreht in MV“ feiern werden.

Zu den 19 deutschen Premieren zählen im Spielfilmwettbewerb das 1952 in der DDR spielende zeit­geschicht­liche Drama „Und der Zukunft zugewandt“ von Bernd Böhlich, prominent besetzt unter anderem mit Alexandra Maria Lara in der Hauptrolle, Stefan Kurt, Peter Kurth und Robert Stadlober, sowie das auf dem sogenannten „Ehrenmord“ an der Deutschtürkin Hatun Sürücü (verkörpert von Almila Bagriacik) in Berlin 2005 basierende Drama von Sherry Hormann „Nur eine Frau“. Insgesamt stammen 6 der 10 Wettbewerbs­beiträge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz von weiblichen Regisseuren.

Als weitere deutsche Erstaufführungen werden im Dokumentarfilmwettbewerb „Szenen meiner Ehe“ von Katrin Schlösser sowie „Journey through a small hole in a glove“ von Anna Schwingenschuh zu sehen sein. Im Länderschwerpunkt Irland zählen der Spielfilm „Float like a Butterfly“ der Regisseurin Carmel Winters über die Emanzipation einer jungen Frau in einer Gemeinschaft irischer Traveller sowie die Dokumentation „I, Dolours“ über die prominente IRA-Anführerin Dolours Price von Maurice Sweeney zu den Premieren.

Das diesjährige Gastland-Programm wird unterstützt vom IRISH FILM INSTITUTE, CULTURE IRELAND und dem ARTS COUNCIL IRELAND.

4 Fachjurys, eine Jugendjury und das Publikum entscheiden über die Vergabe der insgesamt 11 Preise in den 4 Wettbewerben, die mit insgesamt 42.000 Euro dotiert sind.

Die prominent besetzte Jury im Spielfilmwettbewerb wird 2019 gebildet von den Schauspielerinnen Anna Thalbach und Jutta Hoffmann, dem Vorjahrespreisträger Wolfgang Fischer, dessen Film „Styx“ aktuell für 6 Deutsche Filmpreise nominiert ist, der renommierten Szenenbildnerin Susanne Hopf (aktuell für ihr Szenenbild zu Andreas Dresens „Gundermann“ für den Deutschen Filmpreis nominiert) sowie einem der erfolgreichsten Filmeditoren Deutschlands, Hansjörg Weißbrich (zuletzt unter anderem „3 Tage in Quiberon“).

Die FIPRESCI-Jury für den undotierten Preis der deutschsprachigen Filmkritik im Spielfilmwett­be­werb wird von den Filmjournalisten Teresa Vena, Susanne Gottlieb und Radovan Holub gebildet.

Die Preise im Dokumentarfilmwettbewerb für den Besten Film und die Beste Bildgestaltung werden von der renommierten Kamerafrau Sophie Maintignieux, der Regisseurin Marita Stocker und dem Regisseur und Produzenten Arman T. Riahi vergeben.

Über die Vergabe des Preises für den Besten Kurzfilm entscheidet ebenfalls eine dreiköpfige Jury, die von der Schauspielerin Thelma Buabeng, der Produzentin Britta Strampe sowie dem Vorjahrespreisträger, dem Regisseur Matthias Sahli, gebildet wird.

Die 7 Wettbewerbsfilme des Kinder- und Jugendfilmwettbewerbs „LEO“ werden erstmalig nicht nur im Festivalkino Filmpalast Capitol, sondern auch im neuen Bürger- und Begegnungszentrum „Campus am Turm“ im Stadtteil Mueßer Holz präsentiert. Der Eintritt für diese Vorführungen ist stark reduziert.

Mehrere Preisträgerinnen und Preisträger stehen bereits schon vor Beginn des Festivals fest. Mit dem dotierten WIR-Vielfaltspreis der überparteilichen Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ wird der Dokumentarfilm „Wenn wir erst tanzen“ des Regisseurs und ehemaligen Tänzers am Mecklenburgischen Staatstheater Dirk Lienig (Co-Regie Olaf Winkler, Dirk Heth) im Rahmen der Festivaleröffnung am 30. April ausgezeichnet.

Mit den vom Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop und der FILMLAND MV gGmbH vergebenen Drehbuchstipendien „Film Residence Mecklenburg-Vorpommern“ werden außerdem am 30. April die renommierte Regisseurin Annekatrin Hendel („Ehrengast­stipendium“) sowie die Drehbuchautorin Elke Rössler („Fördergast­stipendium“) ausgezeichnet.

Mit dem wichtigsten Preis des Festivals, dem „Goldenen Ochsen“, wird die Film- und Theaterschauspielerin Katharina Thalbach im Rahmen der Preisverleihung am Samstag, den 4. Mai, im Mecklenburgischen Staatstheater für ihre Verdienste um die Filmkultur geehrt. Sie nimmt den Preis aus den Händen der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig entgegen. Im Anschluss an die Verleihung wird die Staatskapelle des Mecklenburgischen Staatstheaters in einem Filmkonzert den Chaplin-Klassiker „Goldrausch“ von 1925 live begleiten.

Am Sonntag, den 5. Mai. wird Ehrenpreisträgerin Katharina Thalbach mit Knut Elstermann ein Werkstattgespräch über ihre Arbeit und Karriere führen. In der ihr gewidmeten Hommage präsentiert das Festival eine Auswahl von 7 ihrer Filme, darunter 2 Filme von Thomas Brasch („Domino“, „Engel aus Eisen“) sowie „Flucht in den Norden“ von Ingemo Engström.

In einer festivalbegleitenden Branchenkonferenz am 2. und 3. Mai widmen sich das 29. FILMKUNSTFEST MV und die FILM COMMISSION der FILMLAND MV gGmbH wieder branchenrelevanten Themen. Neben einer am 3. Mai für Filmschaffende stattfindenden Location Tour ins Umland Schwerins beschäftigt sich die Konferenz am 2. Mai mit dem aktuellen Stand der Film- und Medienförderung in Mecklenburg-Vorpommern sowie mit den sich dynamisch verändernden Herausforderungen für Film- und Medienproduzentinnen und -produzenten.

Am Dienstag, den 23. April, startet der Vorverkauf im Festivalkino Filmpalast Capitol Schwerin sowie online. Auf der Homepage der FILMLAND MV gGmbH können detaillierte Informatio­nen und druckfähige Bilder der einzelnen Filme des Programms aufgerufen werden. Bitte achten Sie bei der Verwendung von Filmbildern auf die Veröffentlichung der entsprechenden Copyrights.

 

Der 132-seitige Festivalkatalog ist gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 5,00 Euro unter anderem im Filmpalast Capitol, der Buchhandlung Hugendubel, im Kulturcafé Platon, in der Touristeninformation und in unserem Webshop unter https://www.filmland-mv.de/webshop zu erwerben.

 

Die FILMKUNSTFEST-MV-App bietet das gesamte Festivalprogramm für unterwegs und ist im Google Play Store hier erhältlich.


Ehrenpreisträgerin 2019: Katharina Thalbach 

Ende Januar bereits stand es fest, und Presse wie auch Öffentlichkeit zeigten sich begeistert: Eines der markantesten und gleichzeitig vielseitigsten Gesichter des Deutschen Films, Katharina Thalbach, wird am 4. Mai 2019 im Großen Saal des Mecklenburgischen Staatstheaters den diesjährigen Ehrenpreis des FILMKUNSTFEST MV von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig überreicht bekommen. Damit verleiht das Filmfestival den „Goldenen Ochsen“ an eine der erfolgreichsten und beliebtesten Film-, TV- und Theaterschauspielerinnen Deutschlands.

„Mit Katharina Thalbach ehren wir in diesem Jahr eine großartige Charakterschauspielerin für ihre schauspielerischen Verdienste um die Filmkultur. Sie haucht sowohl ihren großen als auch den kleinen Rollen eine Lebendigkeit ein, die ihresgleichen sucht. Stärke und Verletzlichkeit liegen in ihrem Spiel immer nahe beieinander. Katharina Thalbach ist eine Künstlerin, die auf eine beein­druckende gesamtdeutsche Karriere auf dem Filmset und auf der Bühne zurückblicken kann“, begründet Festivalleiter Volker Kufahl die diesjährige Entscheidung.

 

 

Gastland 2019: Irland

Die Republik Irland wird in diesem Jahr das 29. FILMKUNSTFEST MV bereichern. 

„Die irische Geschichte ist reich an tragischen Stoffen. Armut und Hungersnöte, britische Herrschaft und feudalistische Strukturen, religiöse Konflikte und rigider Katholizismus, Auswanderung, Bürger­krieg, der Nordirland-Konflikt, Wirtschafts- und Finanzkrise, Steueroase für die größten Konzerne der Welt – und aktuell der Brexit, der alte Wunden wieder aufzureißen droht. Wir werden beleuchten, ob und wie sich diese Themen im aktuellen irischen Kino widerspiegeln“, erläuterte Volker Kufahl die Entscheidung. 

Neben der mit Sicherheit unumgänglichen Betrachtung der aktuellen politischen Situation in Irland zum Zeitpunkt des FILMKUNSTFEST MV, das nur wenige Wochen vor einem geregelten oder möglicherweise auch ungeregelten Brexit stattfinden wird, soll das wunderschöne Land im Norden Europas durch ein vielfältiges Filmprogramm mit aktuellen Spielfilmen, Dokumentarfilmen und Kurzfilmen sowie durch ein anspruchsvolles Rahmenprogramm gewürdigt werden. Literatur, Fotografie und Musik aus und über Irland werden bei diesem Programm im Mittelpunkt stehen.