Filmkunstfest MV
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2. Schweriner Architektur-Filmtage

Am 10. und 11. November 2018 fanden die zweiten Schweriner Architektur-Filmtage im Kino unterm Dach (Volkshochschule Schwerin) und dem Filmpalast Capitol statt.

Nach dem erfolgreichen Start der Schweriner Architekturfilmtage im vergangenen Jahr mit rund 150 Kinobesuchern und spannenden Gesprächsgästen wurde das Format in diesem Jahr fortgesetzt.

Zu sehen waren drei aktuelle Dokumentarfilme sowie der DEFA-Spielfilm DIE ARCHITEKTEN von Peter Kahane. Die diesjährige Filmauswahl war geprägt durch das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses und dessen Wirkung bis in die heutige Zeit. So spannten die zweiten Architekturfilmtage den Bogen von der Aufbruchstimmung gesellschaftlicher Utopien bis zum Erbe dessen, was von einer Architekturmoderne in Schwerin übrig geblieben ist.

Den Flyer zum Programm können Sie hier herunterladen. Zudem finden Sie weitere Infos zum Programm auf der Website der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH.

Die Schweriner Architekturfilmtage werden auf Initiative der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH gemeinsam mit der FILMLAND MV gGmbH, der Landeshauptstadt Schwerin und der Architektengruppe Schwerin veranstaltet.

Programm

VOM BAUEN DER ZUKUNFT - 100 JAHRE BAUHAUS

Regie: Niels Bolbrinker & Thomas Tielsch

Vor beinahe hundert Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Vor diesem Hintergrund erzählt der Dokumentarfi lm VOM BAUEN DER ZUKUNFT – 100 JAHRE BAUHAUS nicht nur von Kunstund Zeitgeschichte. Von Beginn an fragten die Architekten und Künstler des Bauhaus, darunter Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee: Was bedeutet „zusammenleben“? Wie lassen sich Räume so gestalten, dass alle Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben? Mit dem Bauhaus wurden Kunst und Architektur politisch.

Filmgespräch mit Niels Bolbrinker im Anschluss - Moderation: Frank Breuner

SA, 10. November | 16:30 Uhr | Kino unterm Dach

DIE NEUE NATIONALGALERIE

Regie: Ina Weisse

Die Neue Nationalgalerie in Berlin ist ein Jahrhundertbauwerk des Architekten Mies van der Rohe. Fünfzig Jahre nach der Eröffnung 1968 begibt sich die Regisseurin Ina Weisse auf die Spurensuche in die Tage der Entstehung des legendären Bauwerks. Sie ist die Tochter des Architekten Rolf Weisse, der im Büro von Mies in Chicago arbeitete. In Interviews mit ihrem Vater, Dirk Lohan, dem Enkel von Mies, dem mit der Sanierung beauftragten Architekten David Chipperfield und vielen anderen Persönlichkeiten geht Ina Weisse der Frage nach, wie die Neue Nationalgalerie entstanden ist und welche Weltanschauung in Mies’ Gebäude zum Ausdruck kommt.

SA, 10. November | 19:00 Uhr | Kino unterm Dach

ECHTES LEBEN. DER GLÜCKSMALER - EIN PLATTENBAU WIRD BUNT

Regie: Dieter Schumann
VORPREMIERE

Der Künstler Michael Frahm (42) hat einen Auftrag. Er soll das Glück malen – und zwar das seiner neuen Nachbarn. Aus diesem Grund quartiert ihn die örtliche Wohnungsgesellschaft ein halbes Jahr lang in ein neu saniertes DDR-Plattenbau-Hochhaus am Stadtrand von Schwerin ein. Ein Wagnis. 400 Mieter hat das Haus, 380 Ein- und Zweiraumwohnungen. Doch Michael Frahm ist bereit! In den sechs Monaten, in denen der Künstler da ist, passiert etwas.

Podiumsdiskussion mit Dieter Schumann, Michael Frahm, Anette Jawi und Andreas Thiele im Anschluss - Moderation: Frank Breuner

SO, 11. November | 11:00 Uhr | Filmpalast Capitol Schwerin

DIE ARCHITEKTEN

Regie: Peter Kahane

Der Architekt Daniel ist Ende Dreißig und projektiert Wartehäuschen für Busstationen und ähnliches. Ansonsten beteiligt er sich an Wettbewerben. Plötzlich bekommt er den Auftrag, für eine Trabantenstadt Berlins ein kulturelles Zentrum zu projektieren. Als Mitarbeiter will er ehemalige Kommilitonen gewinnen. Einige jedoch sind aus dem Beruf ausgestiegen, er bekommt noch fünf zusammen, dazu zwei junge Absolventen.

SO, 11. November | 13:15 Uhr | Filmpalast Capitol Schwerin


Erfolgreicher Start der Schweriner Architektur-Filmtage

Am 11. und 12. November 2017 fanden mit großem Erfolg die ersten Architektur-Filmtage im Filmpalast Capitol in Schwerin statt.

Rund 150 Kinobesucher und spannende Gesprächsgäste kamen an beiden Tagen, um sich mit dem Thema Architektur im Film auseinander zu setzen.

Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH sagte: „Wir freuen uns, dass wir so viele Schwerinerinnen und Schweriner ins Kino locken und nicht nur das Fachpublikum für unsere Ersten Schweriner Architektur Filmtage begeistern konnten. Mit dem Programmschwerpunkt wollten wir das Werk des Bauingenieurs Ulrich Müther, ein herausragender Vertreter der architektonischen Moderne in Deutschland und Pionier des Betonschalenbaus aus Mecklenburg-Vorpommern würdigen und das Bewusstsein für eine besondere Facette der DDR-Architektur als baukulturelles Erbe in unserem Bundesland fördern.“ In 2017 jährt sich der zehnte Todestag von Müther, daher der Fokus auf den innovativen Ingenieur.

Zu den markantesten Gebäuden, die Müther im Spritzbetonverfahren herstellen ließ, zählt die Rettungsstation in seinem Geburts- und Sterbeort Binz, die auch in Anzeigen der FILM COMMISSION MV verwendet wird. Weiterhin bekannt sind der „Teepott“ in Warnemünde, die „Seerose“ von Potsdam oder der „Musikpavillon“ von Sassnitz. Aber auch in Schwerin befindet sich ein Bau von Müther, das vor 45 Jahren eröffnete Restaurant „Panorama“, gegenüber der Kongresshalle, das zurzeit nicht genutzt wird. Dieses Gebäude und weitere Bauwerke wurden in dem Dokumentarfilm „Schalenterritorien - Notationen zu Ulrich Müther" von 2017, der am Samstag gezeigt wurde und in dem Film "Für den Schwung sind Sie zuständig" von 2003, präsentiert.

Im Anschluss an die Filme gab es interessante Filmgespräche, u.a. mit Maix Mayer, Regisseur des Films „Schalenterritorien“, mit Marco Voß von der FILM COMMISSION MV, Andreas Thiele, Stadtplaner der Landeshauptstadt Schwerin, Dr. Peter Hajyny, Vizepräsident der Architektenkammer MV, Michael Bräuer, Architekt, Städtebauer und Vorsitzender der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz und mit Belinda Rukschcio, Architektin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundesstiftung Baukultur. Die Experten waren sich einig, dass ein differenzierter Blick auf die DDR-Baugeschichte notwendig ist, wie das Beispiel Müther zeigt. Mittlerweile setzt ein Wandel in der Beurteilung des „DDR-Städtebaus und Architektur“ ein, der nicht nur die kritischen Aspekte in den Vordergrund rückt, sondern auch die Qualitäten. „Manchmal ist ein zeitlicher Abstand notwendig, um unvoreingenommen jüngste Baugeschichte zu würdigen“, so ein Fazit der Experten.

Als Spielfilm wurde am Samstag Roman Polanskis teilweise in Mecklenburg-Vorpommern gedrehter Politthriller „Der Ghostwriter" (2010) aufgeführt. Der Film wurde zu einem von Polanskis erfolgreichsten Filmen, er erhielt den Silbernen Bären für Regie der Berlinale 2010 und wurde in 6 Kategorien mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Robert Erdmann resümierte: „Es hat Spaß gemacht, die Ersten Schweriner Architektur Filmtage mit zu veranstalten. Wir denken über eine Fortführung im kommenden Jahr nach, denn es gibt noch viele tolle und interessante Filme mit Bezug zu unserer Stadt oder zu Mecklenburg-Vorpommern, die wir dem Schweriner Publikum zeigen möchten. Wir betrachten dieses Veranstaltungsformat als Beitrag zur Baukulturdebatte in unserem Land.“

Die Schweriner Architektur Filmtage wurden auf Initiative der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH gemeinsam mit der FILMLAND MV gGmbH, der Landeshauptstadt Schwerin und der Architektengruppe Schwerin veranstaltet.

Das ausführliche Programm der Schweriner Architektur-Filmtage finden Sie auch auf der Homepage der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH: www.lge-mv.de/.

Das ausführliche Programm der 1. Schweriner Architektur-Filmtage können Sie als Flyer herunterladen.