Filmkunstfest MV
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Ahrenshooper Filmnächte

„Die beste aller Welten“ gewinnt zwei Preise bei den 13. Filmnächten in Ahrenshoop

Mit einem Publikumszuwachs und würdigen Preisträgern gingen die 13. Ahrenshooper Filmnächte am Samstag zu Ende. Der Organisator des Festivals, Kurdirektor Roland Völcker, zog eine durchweg positive Bilanz und lobte – wie auch die Fachjury – das außerordentlich starke Wettbewerbsprogramm, das auch in diesem Jahr vom Geschäftsführer der FILMLAND MV gGmbH, Volker Kufahl, kuratiert worden war. 

Das bewegende deutsch-österreichische Filmdrama „Die beste aller Welten“ gewann wie schon beim 27. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern den Publikumspreis, der nach der Auszählung aller Abstimmungskarten am Samstagabend verliehen wurde. Doch Regisseur Adrian Goiginger, der mit seinen Hauptdarstellern Verena Altenberger live aus Österreich zur Preisverleihung im Hotel THE GRAND zugeschaltet wurde, durfte sich auch noch über den Jurypreis für den besten Films des Wettbewerbs freuen. Die skandinavische Schauspielerin Lise Risom Olsen, der Schauspieler Henry Hübchen und der Filmjournalist und Radiomoderator Knut Elstermann konnten den Preis dem Schauspieler Michael Pink überreichen, der eigens für die Gala in Ahrenshoop die österreichische Kino Tour für „Die beste aller Welten“ unterbrach und spontan von Salzburg nach Hamburg flog, um abends im THE GRAND dabei sein zu können. „Die beste aller Welten“ wird am 28. September 2017 bundesweit im Verleih von FILMPERLEN im Kino starten, nur einige Tage nach dem Weltkindertag. Regisseur Adrian Goiginger, Student der Filmakademie Ludwigsburg, erzählt in diesem Debütfilm seine eigene Geschichte und schafft damit eine Hommage an seine Mutter, eine starke Frau, trotz aller widrigen Umstände: Der kleine Adrian erlebt eine Kindheit in einem außergewöhnlichen Milieu, der Salzburger Drogenszene, und mit einer Mutter zwischen Fürsorglichkeit und Drogenrausch. Trotz allem ist es für ihn eine behütete Kindheit, die beste aller Welten, bis sich die Außenwelt nicht mehr länger aussperren lässt.

Über den Förderpreis, den die Kurverwaltung Ahrenshoop gemeinsam mit dem Künstlerhaus Lukas für ein herausragendes Drehbuch ausgelobt hat, konnte sich Stephan Lacant für sein Drehbuch zu seinem Mutter-Tochter-Drama „Fremde Tochter“ freuen, das er auch selbst inszeniert hat. Das nachdenklich stimmende Drama handelt von der Liebe zwischen der 17-jährigen Lena und dem Moslem Farid. Als Lena ungewollt schwanger wird, freundet sie sich mit der Vorstellung an, zum muslimischen Glauben überzutreten. Regisseur Stephan Lacant gewinnt damit einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas inkl. 1.000 Euro Stipendiengeld.

Einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren Deutschlands, Stefan Kolditz, war am Abend der Preisverleihung ebenfalls in Ahrenshoop zu Gast, da das Drama „Die Frau von früher“ (2013), das seiner Feder entstammt, als Sonderaufführung präsentiert wurde. Für die musikalische Note an diesem Abend sorgte das Hamburger Projekt „stringNbase“, das im Rahmen der Filmparty E-Violinenklänge zum Besten gab. So ging mit der Ostsee im Rücken, elektronischen Klängen im Ohr und den kulinarischen Köstlichkeiten des Buffets ein ereignisreicher Abend zu Ende, durch den NDR-Moderator Frank Breuner die zahlreichen Gäste wie schon beim FILMKUNSTFEST MV im Mai sehr unterhaltsam und kurzweilig geleitete.


Lachen, Weinen, Nachdenken

Die 13. Ahrenshooper Filmnächte präsentieren sich in diesem Jahr wieder mit einem abwechslungsreichen Filmprogramm.

Zum 13. Mal veranstaltet die Kurverwaltung die Ahrenshooper Filmnächte, und mit jedem Jahr steigt der Zuspruch sowohl beim filminteressierten Publikum als auch bei den Filmschaffenden selbst. Im Mittelpunkt stehen auch in diesem Jahr außergewöhnliche deutschsprachige Spielfilmdebüts und Nachwuchsproduktionen im Wettbewerb, für deren Auswahl sich Volker Kufahl (künstlerischer Leiter des FILMKUNSTFEST MV UND Geschäftsführer der FILMLAND MV) verantwortlich zeichnet.

Zu sehen sind sechs Beiträge im Spielfilmwettbewerb und drei Filme im Sonderprogramm in Kooperation mit dem Künstlerhaus Lukas. Zur Jury gehört in diesem Jahr einer der vielseitigsten und beliebtesten deutschen Mimen, Henry Hübchen („Alles auf Zucker“, „Whisky mit Wodka“). Ebenfalls in der Jury: der renommierte Filmjournalist Knut Elstermann, der seit 1992 beim RBB-Radio (Radio1) tätig ist.

Für den erkrankten Schauspieler Matthias Koeberlin ist kurzfristig seine skandinavische Kollegin Lise Risom Olsen eingesprungen. Ihre Mutter ist Dänin, ihr Vater Norweger; Olsen ist allerdings schon seit langer Zeit in Deutschland zu Hause, wo sie u.a. als Ensemblemitglied an der Schaubühne Berlin und in namenhaften TV-Produktionen tätig ist.

Die Jury wird unter sechs Wettbewerbsbeiträgen, die vor dem offiziellen Kinostart in Ahrenshoop gezeigt werden, ihren Favoriten wählen. Der Jurypreis wird gestiftet vom Ostseebad Ahrenshoop und ist mit 2.000 Euro dotiert. Neben der Auszeichnung „Bester Film“ wird es in diesem Jahr auch erstmals einen „Förderpreis“ geben, den die Kurverwaltung Ahrenshoop gemeinsam mit dem Künstlerhaus Lukas für ein herausragendes Drehbuch/Regie ausgelobt hat. Traditionsgemäß wählen die Zuschauer ebenfalls ihren Lieblingsfilm. Der Publikumspreis wird vom THE GRAND Ahrenshoop gestiftet: zwei Wellness-Tage für zwei Personen im THE GRAND während der Ahrenshooper Filmnächte im kommenden Jahr.

Die Filme: Regisseurin Lola Randl wird zur Eröffnung der Filmnächte 2017 am 6. September 2017 ihre Komödie „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ mit Lina Beckmann, Benno Fürmann und Charly Hübner in den Hauptrollen persönlich in Ahrenshoop vorstellen. Gelacht werden darf mit und über die Paartherapeutin Luisa. Sie ist glücklich mit Richard verheiratet, hat aber dennoch eine Affäre mit Richards Chef Leopold. Luisa kann sich einfach nicht zwischen den beiden Männern entscheiden, bis eines Tages eine zweite Luisa vor ihr steht. Das anschließende Filmgespräch mit Lola Randl bildet einen besonderen Abschluss der Eröffnung, zu der bereits ab 19.00 Uhr das Friedrich Liechtenstein Trio als besonderer Live-Act erwartet wird.

Am 07. September können sich die Besucher auf einen kleinen Marathon mit drei Wettbewerbsbeiträgen freuen. Dieser beginnt um 17:00 Uhr mit der österreichisch-deutschen Koproduktion „Die beste aller Welten“. Das Drama erzählt die bewegende Geschichte vom kleinen Adrian (Jeremy Miliker), der eine schwierige Kindheit durchlebt. Regisseur Adrian Goiginger hat mit diesem Film seine eigene Kindheit verarbeitet und erhielt auf dem 27. FILMKUNSTFEST MV den von der SVZ gestifteten Publikumspreis und den NDR-Regiepreis.

Es folgt um 19:30 Uhr Sonja Maria Kröners Drama „Sommerhäuser“ mit Laura Tonke und Günther Maria Halmer. Eine Großfamilie trifft sich im Rekordsommer 1976 im Gemeinschaftsgarten und verbringt dort flirrende, aufregende Sommertage. Die von einem herausragenden Schauspielerensemble getragene Produktion feierte ihre Weltpremiere auf dem Filmfest München und gewann prompt den Förderpreis „Neues deutsches Kino“ in den Kategorien „Beste Regie“ und „Beste Produktion“.

Zum Abschluss des Donnerstags können sich die Besucher mit „Back for Good“ von Mia Spengler auf den Eröffnungsfilm der Berlinale 2017 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino freuen. In der Tragikomödie muss die ehemalige Reality-Show-Teilnehmerin Angie (Kim Riedle) nach ihrem Drogenentzug wieder zu ihrer Mutter Monika (Juliane Köhler) ziehen und sich um ihre pubertierende Schwester Kiki (Leonie Wesselow) kümmern. Im Anschluss an den Film wird Hauptdarstellerin Kim Riedle, die beim 27. FILMKUNSTFEST MV den Nachwuchsdarstellerpreis erhielt, sich den Fragen der Zuschauer stellen.

Das Wettbewerbsprogramm am 08. September beginnt um 19:30 Uhr mit der Tragikomödie „Die Tochter“, die beim diesjährigen FILMKUNSTFEST MV den Hauptpreis „Fliegender Ochse“ gewann. Der Film erzählt die Geschichte der siebenjährigen Luca (Helena Zengel), die die Wiederannäherung ihrer getrennten Eltern ziemlich argwöhnisch beobachtet. Im anschließenden Filmgespräch werden neben der Regisseurin Mascha Schilinski auch die Hauptdarsteller Karsten Antonio Mielke und Artemis Chalkidou in Ahrenshoop zu Gast sein.

Der Abschlussfilm der Ahrenshooper Filmnächte wird um 22:00 Uhr „Fremde Tochter“ mit Heike Makatsch und Elisa Schlott sein. Das kraftvolle und temporeiche Drama handelt von der Liebe zwischen der 17-jährigen Lena (Elisa Schlott) und dem Moslem Farid (Hassan Akkouch). Als Lena ungewollt schwanger wird, entschließt sie sich zur Heirat und zur Konvertierung. Verzweifelt versucht ihre alleinerziehende Mutter Hannah (Heike Makatsch), sie davon abzubringen. Regisseur Stephan Lacant und Produzent Daniel Reich stehen nach dem Film für ein Publikumsgespräch zur Verfügung. 

Ebenfalls am 08. September werden in Sondervorführungen der Dokumentarfilm „Fünf Sterne“ von Annekatrin Hendel, der am Ort des Festivals, THE GRAND, gedreht worden ist, und das Beziehungsdrama „Fado“ präsentiert. Annekatrin Hendel und „Fado“-Ko-Autor Sebastian Bleyl sind zu Publikumsgesprächen in Ahrenshoop. Am 09. September ist dann Drehbuchautor Stefan Kolditz zu Gast, der im Künstlerhaus Lukas Stipendiat ist, und spricht über den Spielfilm „Die Frau von früher“.

Filmkunst am Meer: Starke Filme, prominente Filmschaffende, spannende Gespräche vor dem exklusiven Panorama der Ostsee – Kurdirektor Roland Völcker lädt alle Interessierten herzlich ein, das Festival vom 6. – 9. September zu besuchen und natürlich bei der Eröffnung dabei zu sein. Das Panorama-Bistro des THE GRAND wird zur Cinema-Lounge und der Ballsaal bietet mit hochwertiger Vorführtechnik ein besonderes Kinoerlebnis!