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Hommage 2017

Natürlich darf in der Hommage „Frau Rettich, die Czerni und ich“ nicht fehlen, die 1998 mit über 200.000 Besuchern eine der erfolgreichsten Kinokomödien des Jahrzehnts war. Markus Imboden verfilmte einen modernen Klassiker der Frauenliteratur, der davon erzählt, wie drei Frauen unterschiedlichen Alters den Spagat zwischen Karriere, Ehe und Mutterschaft zu meistern versuchen. „Eine höchst unterhaltsame Komödie durchaus mit kritischem Hintersinn“, in der Iris Berben „einmal mehr als modisch-mondäne Dame brilliert“, urteilte die Fachzeitschrift Filmdienst.

D, 1997. Regie: Markus Imboden. Buch: Simone Borowiak, Hans Kantereit.
Mit: Iris Berben, Martina Gedeck, Jeanette Hain, Olli Dittrich, Thomas Heinze. 

©Bavaria Media GmbH

Auch in der 2013 entstandenen Komödie „Miss Sixty“ werden post-feministische Themen verhandelt: Iris Berben spielt eine 60-Jährige, die mithilfe moderner Reproduktionsmedizin noch Mutter werden möchte und ausgerechnet mit dem Vater des Samenspenders in einen Geschlechterkampf gerät. „Aus jeder Szene holt die Regiedebütantin Sigrid Hoerner ein Höchstmaß an dramatischer Überzeichnung heraus“, schrieb Kritikerin Alexandra Wach.

D, 2013. Regie: Sigrid Hoerner. Buch: Jane Ainscough.
Mit: Iris Berben, Edgar Selge, Carmen-Maja Antoni.
©Wild Bunch Germany GmbH

 

Ganz anders, nämlich in einem Generationendrama ist Iris Berben in einer für sie ungewöhnlichen Rolle zu erleben: Im Kinodebüt der Regisseurin Susanne Schneider, „Es kommt der Tag“, spielt sie eine starrsinnige Mutter, die versucht, ihre Vergangenheit als RAF-Terroristin zu verdrängen, aber von ihrer Tochter zur Konfrontation gezwungen wird. „Das Schauspielerduell zwischen den beiden Frauen funktioniert. Vor allem Iris Berben geht an die Grenzen“, urteilte 2008 die Fachzeitschrift Blickpunkt:Film: „Der Film stellt die Frage, wie weit ein Mensch für seine Ideale gehen darf, fragt nach der Dimension von Schuld und Vergebung. Es ist eine Auseinandersetzung mit einem Stück deutscher Geschichte, mit dem Deutschen Herbst, der Generation der 68er, ein moralisches Dilemma.“

D, 2008. Buch und Regie: Susanne Schneider,
Mit: Katharina Schüttler, Iris Berben, Jacques Frantz.
©Zorro Medien GmbH

Eine Frau mit ganz anderem, großbürgerlichen Hintergrund, die mit allen Mitteln die bürgerliche Fassade von Wohlstand und Ehre aufrechterhalten will, spielt Iris Berben in „Buddenbrooks“ von 2007. „In dieser episch-üppigen Neuverfilmung des Jahrhundertromans von Thomas Mann zeigt Iris Berben erneut ihre Wandlungsfähigkeit als Schauspielerin“, heißt es in Blickpunkt:Film: „Selten wurden Verlogenheit, Stolz und Standesdünkel der Bourgeoisie so trefflich auf Zelluloid gebannt wie in Heinrich Breloers `Buddenbrooks´-Version, die sich auf grandiose Schauspieler stützen kann.“ Drehort war u.a. das Ostseebad Ahrenshoop.

D, 2007. Regie: Heinrich Breloer. Buch: Heinrich Breloer, Horst Königstein.
Mit: Armin Mueller-Stahl, Iris Berben, August Diehl, Jessica Schwarz. 
©Warner Bros. Germany

©Warner Bros Germany

Dass Iris Berben aber nach wie vor auch gerne in kleinen Produktionen mitwirkt, die mit Originalität überzeugen, beweist sie mit ihrer kleinen Rolle als dem Wodka verfallene, russische Gräfin im Trinkerdrama „Alki, Alki“, das Axel Ranisch 2014 u.a. in Wismar und an der Ostsee realisiert hat.

D, 2014. Regie: Axel Ranisch. Buch: Axel Ranisch, Heiko Pinkowski, Peter Trabner.
Mit: Heiko Pinkowski, Peter Trabner, Christina Große, Iris Berben. 
©missing FILMs

Ein Highlight der Reihe ist die Wiederaufführung eines der Klassiker des Neuen (west-)Deutschen Films, Rudolf Tomes „Detektive“ aus dem wilden Jahr 1968. Konzipiert als Hommage auf französische Vorbilder der Nouvelle Vague erzählt der Film auf lässig-spielerisch von zwei jungen Männern, die sich ihr eigenes Leben wie einen Kriminalfilm inszenieren. Eine damals erst 17-jährige Iris Berben ist neben der Ikone der westdeutschen Studentenbewegung, Uschi Obermaier, in ihrer ersten Filmrolle zu sehen.

D, 1068. Regie: Rudolf Thome. Buch: Max Zihlmann.
Mit: Ulli Lommel, Chrissie Mahlberg (=Uschi Obermaier), Marquard Bohm, Iris Berben, Elke Haltaufderheide, Walter Rilla.
©moanafilm