Filmkunstfest MV
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Daten und Fakten des 26. Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern

ANZAHL DER FILME INSGESAMT: 131 Filme (inkl. Sonderveranstaltungen; exklusive Kurzfilme bei der Kurzfilmnacht)
5 Beiträge sind mit Mitteln der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Wismar gefördert worden.

EINREICHUNGEN: ca. 550

FILME VON REGISSEURINNEN: ca. 40 (teils Ko-Regie)

GÄSTE: ca. 80

Filme aus 24 Ländern                                                         (lange, mitellange und kurze insgesamt)
Deutschland55 (davon 6 Koproduktionen)
DDR7
Österreich7
Schweiz5
Belgien17
Weitere NationalitätenLangfilmeKurzfilme
Niederlande (Koproduktion)-3
Frankreich (Koproduktion)41*
Dänemark11
Norwegen11
Schweden11
Finnland11
Estland11
Lettland11
Litauen (1x Koproduktion)21
Russland11
Polen17
Italien-1

*ohne Cinéfête

Deutschlandpremieren (ohne Sonderprogramm Cinéfête): 10 Filme

  • HANNAS SCHLAFENDE HUNDE D/A 2015, 118‘, Spielfilmwettbewerb
  • LIEBE HALAL D/RL 2015, 90‘, Spielfilmwettbewerb
  • KOMMEN RÜHRGERÄTE IN DEN HIMMEL D 2015, 95‘, Dokumentarfilmwettbewerb
  • EUROPE 5 DAYS D 2015, 92‘, Kinder- und Jugendfilmwettbewerb
  • BOLLYWORLD D 2015, 7‘, Kurzfilmwettbewerb
  • DIE PRINZESSIN UND DER FROSCH D 2016, 3‘, Kurzfilmwettbewerb
  • SO FAR A 2015, 14‘, Kurzfilmwettbewerb
  • BIS NACH OBEN CH 2015, 17‘, Kurzfilmwettbewerb
  • IT’S ABOUT TIME LV 2015, 6‘, Focus Baltic Sea
  • THE MARATHON DIARY N 2015, 8‘, Focus Baltic Sea
  • WOODS LV 2015, 12‘, Focus Baltic Sea
  • BUDDY B 2015, 15‘, Gastland Belgien
  • D: 729 B 2015, 5‘, Gastland Belgien
  • TANK B 2015, 7‘, Gastland Belgien
  • VOLTAIRE B 2015, 11‘, Gastland Belgien
  • IMAGE B 2014, 100‘, Gastland Belgien

  • CAFÉ DERBY B 2015, 101‘, Gastland Belgien

Uraufführungen/Weltpremieren: 9 Filme 

  • A SENSE OF WARMTH D 2015, 15’, Kurzfilmwettbewerb
  • FETT D 2016, 9‘, Kurzfilmwettbewerb
  • IMBISS D 2016, 13‘, Kurzfilmwettbewerb
  • JUNGWILD A 2016, 16‘, Kurzfilmwettbewerb
  • NICHT HIER, NICHT DA D 2016, 15‘, Kurzfilmwettbewerb
  • URBAN AUDIO SPECTRUM D 2016, 4‘, Kurzfilmwettbewerb
  • FUN AMBULE D 2016, 5‘, gedreht in MV
  • USEDOM-KRIMI: ENGELMACHER D 2015, 90‘, gedreht in MV

 

26. FILMKUNSTFEST Mecklenburg-Vorpommern feierte furiose Eröffnung – Standing Ovations für Eröffnungsfilm „Rabbi Wolff“

Rabbi Wolff Superstar! – selbst ein George Clooney oder Johnny Depp hätte nicht die Zugkraft gehabt wie der ehemalige Landesrabbiner Mecklenburgs, William Wolff, der dem FILMKUNSTFEST MV in der Landeshauptstadt Schwerin einen ausgebuchten Großen Saal (über 740 Sitzplätze) im Filmpalast Capitol bescherte. Die Nachfrage nach dem Eröffnungsfilm „Rabbi Wolff“ war so gewaltig, dass die Festivalorganisation sich kurzfristig dazu entschloss, noch zwei weitere Säle zu buchen, um den Film parallel zur Eröffnungsfeier weiteren Interessenten zu präsentieren.

Vor dem heiteren Dokumentarfilm über Schwerins wohl populärsten Ehrenbürger erlebte das Premierenpublikum der Landeshauptstadt eine stimmungsvolle und abwechslungsreiche Eröffnungsfeier: zunächst einen mitreißenden Exklusiv-Auftritt der Rockband „Northern Lights“ mit Frontmann (und mehrfach preisgekröntem Schauspieler) Jonas Nay, der zusammen mit seinen sechs Freunden und Mitspielern aus Lübeck und Hamburg fünf sehr unterschiedliche, mal betont rockige, mal ins Jazzige oder ins Easy Listening driftende Stücke aus ihrer neuen EP „Pulsar“ bot.

In ihren Ansprachen wiesen sowohl der Kultur-, Wissenschafts- und Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Mathias Brodkorb, als auch die Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow auf die besondere kulturelle Bedeutung des FILMKUNSTFESTs MV für die Stadt, aber auch das gesamte Bundesland hin und ermunterten das Publikum zum regen Besuch innerhalb der nächsten fünf Tage. Gewohnt lässig und herzlich führte Moderator Knut Elstermann durch das Programm, in dessen Verlauf bereits zwei Preise an zwei Regisseurinnen verliehen wurden:

Zum einen erhielt Regisseurin und Drehbuchautorin Kerstin Ahlrichs, die im vergangenen Jahr für ihre Romanverfilmung „Taxi“ (nach dem gleichnamigen Bestseller von Karen Duve) den Publikumspreis des FILMKUNSTFESTs MV gewonnen hatte, das Drehbuchstipendium „film residence Mecklenburg-Vorpommern“ des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop aus den Händen von Gerlinde Creutzburg, Leiterin des Künstlerhauses, und Kulturminister Mathias Brodkorb. Er ermunterte die Filmemacherin, die schon einige Folge der erfolgreichen Krimiserie „Soko Wismar“ inszenierte, bald neue Projekte in Mecklenburg-Vorpommern zu drehen.

Danach wurde an die Regisseurin Britta Wauer der „WIR-Vielfaltspreis“ der überparteilichen und überkonfessionellen WIR-Initiative für ihren Film „Rabbi Wolff“ verliehen. Den Preis überreichte die Landtagspräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Sylvia Bretschneider, und Manfred Lehde, Präsident des Allgemeinen Verbandes der Wirtschaft Norddeutschlands (AGV NORD), die in diesem Jahr den mit 1.000 Euro dotierten Preis gestiftet haben. Das Bündnis „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ setzt sich über Spenden für zivilgesellschaftliches Engagement sowie ein demokratisches, weltoffenes und tolerantes Mecklenburg-Vorpommern ohne Rassismus und ohne Extremismus ein und wird u.a. vom DGB, den Unternehmerverbänden, der evangelischen und katholischen Kirche und den demokratischen Fraktionen des Landtags unterstützt und umfasst inzwischen mehr als 1.400 Personen. Das „WIR“-Bündnis will im Sinne des „Mitmach-Gedankens“, wie Parlamentspräsidentin Sylvia Bretschneider sagte, demokratiestärkende Veranstaltungen und Projekte in Mecklenburg-Vorpommern und damit auch ein Mehr von generellem bürgerschaftlichen Engagement unterstützen.

Ganz in diesem Sinne hatte zuvor schon der Künstlerische Leiter des FILMKUNSTFESTs MV und Geschäftsführer der veranstaltenden FILMLAND MV gGmbH, Volker Kufahl, in seiner Eröffnungsrede zur Wachsamkeit gegenüber undemokratischen und populistischen Tendenzen gemahnt: „Liebes Publikum, wir können in diesen Zeiten nicht genug Plädoyers für Humanität und die Würde des Menschen, für Vernunft und Empathie statt Hass, für Offenheit statt Ausgren­zung halten. Und wir versuchen, uns auch unseren Humor, unsere Lebensfreude, unsere Heiterkeit zu bewahren, wie uns das von ‚Rabbi Wolff‘ so eindrucksvoll vorgelebt wird. Sicher ist, dass wir unsere Augen nicht vor den Problemen und Konflikten verschließen dürfen. Wir können uns nicht mehr raushalten, können nicht unbeteiligt bleiben, sondern müssen uns – auch als Festivalmacher – einmischen. Zum Glück haben wir starke Verbündete, nämlich Filmemacherinnen und Filmemacher, deren Arbeiten uns dabei helfen, uns zur Welt ins Verhältnis zu setzen, unseren Standpunkt zu finden, um für die Welt offen zu bleiben und für unsere Mitmenschen solidarisch einzutreten.“

Alle Beteiligten des Eröffnungsabends waren sich einig, dass der ehemalige Landesrabbiner Mecklenburgs William Wolff den Geist von Mitmenschlichkeit, Versöhnung und Toleranz wie kaum ein anderer vorlebt und verkörpert. Insofern ist Britta Wauers ebenso amüsantes wie einsichtsvolles Porträt über den ungewöhnlichen „Rabbi Wolff“ ein würdiger Preisträger des „WIR.-Vilfaltspreises“. Mit seinem Humor erwies sich der Film, der vom Verleih Salzgeber (Berlin) derzeit in vielen deutschen Kinos präsentiert wird, zudem als idealer Eröffnungsbeitrag, der das Publikum zu Standing Ovations hinriss. William Wolff signierte im Anschluss dann noch neunzig Minuten lang bis weit nach Mitternacht (!) zwei Bücher, die über seine Person bereits entstanden sind. Dafür bildeten sich im großen Saal des Festivalkinos lange Schlangen, während die ausgelassene Aftershow-Feier im Kinofoyer ihren Lauf nahm. Mit dabei waren viele Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Mitglieder des Landtages, sämtliche Jurymitglieder, Autorin Karen Duve, viele Filmschaffende, die dänische Schauspielerin Lisa Carlehed aus dem Film „In Deinen Armen“ (Reihe Focus Baltic Sea), Mirna Moukarzel aus der deutsch-libanesischen Koproduktion „Liebe Halal“ (Spielfilmwettbewerb)  und auch schon Jonathan Pang, der am Abend des 4. Mai im Mittelpunkt der Schweriner Premiere des Beitrags im Dokumentarfilmwettbewerbs, „Parchim International“, steht.

Gedreht in MV

Die für den Location-Service zuständige FILMCOMMISSION MV der FILMLAND gGmbH in Schwerin zeigt auf dem FILMKUNSFEST MV jedes Jahr herausragende Filme, die thematisch in Mecklenburg-Vorpommern verankert sind und insbesondere natürlich solche, die hier gedreht wurden. In diesem Jahr war die Auswahl wieder erfreulich groß. Das Label „gedreht in MV“ gilt für insgesamt 19 Filme, die sich fast über das gesamte deutschsprachige Festivalprogramm erstrecken, darunter als Weltpremiere der NDR-POLIZEIRUF 110, IM SCHATTEN. Neun Produktionen sind in der MV-Spezialreihe zu sehen, darunter gleich fünf lange Dokumentarfilme, die von jeher eine starke Tradition bei „gedreht in MV“ haben. Das Festival eröffnet sogar mit einem Dokumentarfilm made in MV: das unterhaltsame Porträt des ehemaligen Landesrabbiners RABBI WOLFF von Regisseurin Britta Wauer.

Von den Herausforderungen des Kinomachens an dünn besiedelten Orten wie dem Darß erzählt der Dokfilm KALIFORNIEN HAT KEIN KINO von Josef Wutz. Auch eine Welturaufführung ist in der Reihe zu sehen: VOM WIR ZUM ICH (gedreht u.a. in Rostock) reflektiert die Veränderungen der Verhältnisse vor und nach dem Ende der DDR. Die Folgen der gesellschaftspolitischen Zäsur von 1989/90 sind auch das Thema in WEM GEHÖRT DER OSTEN? Dokumentarist Matthias Hoferichter drehte u.a. in Heiligendamm. Und schließlich ist Dieter Schumann wieder zu Gast in der Reihe mit seinem aktuellen Dokumentarfilm über die Herausforderungen der Flüchtlingsfrage am Beispiel der Gemeinde Zahrensdorf bei Boizenburg: NOTAUFNAHME – WENN FREMDE NÄHER KOMMEN.

Schon seit einigen Jahren nutzen immer mehr Fernsehfilme die eindrucksvollen Kulissen im Land für Quotenerfolge. Zwei aktuelle Produktionen zeigen wir in 2016: die mit Julia Jäger und Matthias Habich (links im Bild bei den Dreharbeiten) prominent besetzte Familiengeschichte MATTHIESENS TÖCHTER, die im Sommer 2015 in Stralsund und in den Orten Bussin und Velgast in der Region Vorpommern-Rügen inszeniert wurde. Zum anderen ist die Uraufführung des Usedom-Krimis des oscarprämierten Regisseurs Jochen Alexander Freydank zu sehen, der spannende Unterhaltung verspricht: ENGELMACHER spielt im Milieu radikaler Abtreibungsgegner und verfügt mit Katrin Saß und Lisa-Maria Potthoff ebenfalls über eine hervorragende Besetzung. Jochen Alexander Freydank erhielt im vergangenen Jahr das Drehbuchstipendium „film residence Mecklenburg-Vorpommern“, das vom Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop zusammen mit der der FILMLAND MV gGmbH vergeben wird. Abgerundet wird die Reise durch das vielgestaltige Filmland Mecklenburg-Vorpommern durch eine Auswahl von Kurzfilmen, Musikvideos und Animationsfilmen, die verdeutlichen, wie bunt das Filmschaffen in Mecklenburg-Vorpommern derzeit ist.

Die belgische Hauptstadt Brüssel ist die Weltmetropole der Comics bzw. Graphic Novels, oder Französisch: Bandes dessinées. Nirgendwo sonst leben so viele Comiczeichner, werden so viele Comics produziert, machen Comics einen so großen Anteil an der Verlagsbranche aus. Wenn Belgien das Gastland auf dem FILMKUNSTFEST MV ist, dürfen also BandesDessinées nicht fehlen! Schon ab dem 23. April werden im Marstall in Schwerin Illustrationen aus den Werken von Judith Vanistendael zu sehen sein, die zu den bekannten Graphic-Novel-Zeichnerinnen Belgiens zählt und für ihre ersten beiden Bücher mehrere internationale Auszeichnungen erhielt.

Neben eindrucksvollen Originalzeichnungen aus „Kafka für Afrikaner – Sofie und der schwarze Mann“, der die letztlich scheiternde Liebe zwischen einer jungen Belgierin und einem geflüchteten Togolesen schildert, und „Als David seine Stimme verlor“, der sich mit der Krebserkrankung eines Familienvaters beschäftigt, präsentiert die Ausstellung eine umfassende Vorschau auf Judith Vanistendaels jüngstes Werk „Mikel“, in dem sie sich mit der baskischen ETA auseinandersetzt.

„Nun ja, sie haben einen sehr speziellen Humor in Belgien. Sehr ruppig manchmal, aber auch sehr direkt!“ So der Kommentar der großen Catherine Deneuve, die jüngst in dem mit 370.000 deutschen Zuschauern höchst erfolgreichen belgischen Film DAS BRANDNEUE TESTAMENT mit einem Gorilla das Bett teilen musste.

Das beste Beispiel für diesen Humor liefert in unserem belgischen Schwerpunkt das turbulente Roadmovie ICH BIN TOT, MACHT WAS DRAUS! Die gealterte Rockband „Grand Ours“ (Großer Bär) ist gerade auf dem Sprung zu einer aufwändigen Revival-Tournee in die USA, als ihr Bandleader tragisch verstirbt. Und so verreisen die Übriggebliebenen buchstäblich mit viel Asche im Gepäck... Als bärbeißiger Rocker brilliert einmal mehr der populäre flämische Komiker und Charakterschauspieler Bouli Lanners, der in zwei weiteren unserer Filme in Hauptrollen zu sehen ist: In dem Familiendrama ALLE KATZEN SIND GRAU und dem schräg-schönen Endzeitwestern THE FIRST, THE LAST, bei dem Lanners auch selbst Regie führte.

Mit CAFÉ BELGICA findet sich im Programm außerdem der neue Film von Felix van Groeningen, der uns 2013 mit dem grandiosen THE BROKEN CIRCLE zu Tränen rührte, sowie das brisante, im Brüsseler Stadtteil Molenbeek angesiedelte Langfilmdebüt IMAGE der beiden jungen Regisseure Adil El Arbi und Bilall Fallah. Die Podiumsdiskussion nach der Aufführung am 6. Mai behandelt das Thema „Alltag in Brüssel – Miteinander, nebeneinander oder gegeneinanderleben in Europas Hauptstadt?“ Insgesamt versammelt der Schwerpunkt 18 herausragende, aktuelle lange und kurze Filme aus den beiden Sprachregionen Wallonien und Flandern, mit DIE AUSTERNPRINZESSIN von 1919 außerdem ein mitreißendes Filmkonzert der flämischen Jazzband FLATEARTH SOCIETY sowie eine Ausstellung mit Zeichnungen der renommierten belgischen Comic-Autorin Judith Vanistendael aus ihrer neuen Graphic Novel MIKEL im Schweriner Marstall.

 

Wir danken herzlich der Botschaft des Königreichs Belgien in Berlin, der Region Flandern, den beiden Filmagenturen Wallonie Bruxelles Image und Flanders Image, dem Verlag Reprodukt in Berlin, der FreshEggsGallery von Stephan Schrör und den Stadtwerken Schwerin für die großartige Unterstützung.

Die Reihe FOCUS BALTIC SEA geht beim 26. FILMKUNSTFEST MV ins zweite Jahr und soll das Festivalpublikum für die unterschiedlichen Filmkulturen in ihren östlichen und nördlichen Nachbarländern begeistern. Die stark voneinander abweichenden Produktionsbedingungen für Filme in diesen Nationen schlagen sich in der Art der erzählten Geschichten nieder, nicht aber in den qualitativen Standards. Auch in den kleineren Ostseestaaten werden hochemotionale Geschichten erzählt, die auffällig oft von den Sehnsüchten der jungen Generation handeln. Dazu zählt das Jugenddrama MELLOW MUD aus Lettland, das auf der Berlinale den Gläsernen Bären für den Besten Film in der Jugendsektion erhielt. Die Erlebnisse einer 17-jährigen stehen auch im Mittelpunkt des Films aus Estland, KIRSCHTABAK.

Zwei Dramen in der Welt der Erwachsenen kommen aus Dänemark und Schweden, Norwegen steuert eine Komödie bei. Eine romantisch-melancholische Liebesgeschichte, die in Vilnius spielt, kommt aus dem Filmland Finnland. Die einzige Dokumentation der Reihe ist der Beitrag aus Litauen, der den Kriegsalltag in der Stadt MARIUPOLIS in der Ostukraine zeigt. Polen ist mit einem packenden Psychothriller vertreten, und vom Schicksal einer im Rollstuhl sitzenden Schülerin im heutigen Russland erzählt das russische Jugenddrama LENAS KLASSE. Neun originelle Kurzfilme aus den jeweiligen Ländern werden als Vorfilme gezeigt.

Auch in diesem Jahr ist die internationale Kritikervereinigung FIPRESCI an der Zusammenstellung des Programms beteiligt. Zwei der Beiträge wurden auf internationalen Festivals mit einem FIPRESCI-Award ausgezeichnet: der dänische Beitrag IN DEINEN ARMEN und aus Russland LENAS KLASSE.

Wir danken der Estnischen Filmstiftung, der Finnischen Filmstiftung, der Krakauer Filmstiftung („Polish Shorts“), dem Nationalen Film Zentrum von Lettland, dem Litauischen Film Zentrum, der Litauischen Kurzfilmagentur, dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg, dem Norwegischen Filminstitut, dem Polnischen Filminstitut, dem Schwedischen Filminstitut sowie cineplus Media Service und Ericsson in Berlin ebenso wie den Filmjournalistinnen Katharina Dockhorn, Ingrid Beerbaum und ihrem Kollegen F.-B. Habel für ihre Unterstützung. 

Bilanz:

FILM COMMISSION MV freut sich über große Resonanz beim Branchentreffen der Film- und Medienschaffenden während des FILMKUNSTFESTs MV 2016

Insgesamt 210 Teilnehmer und 16 Experten kamen am 3. und 4. Mai zu den Diskussionsrunden über Filmtourismus, Medienpolitik sowie aktuelle Trends bei TV-Sendern und Webserien in das Rathaus Schwerin und nutzten so die Gelegenheit, sich am Rande des FILMKUNSTFESTs MV über aktuelle Trends der Film- und Medienwelt zu informieren.

Wie Dreharbeiten das Image einer Kommune „veredeln“ und wirtschaftliche Effekte schaffen, welche Chancen der Filmtourismus für Mecklenburg-Vorpommern bietet – Antworten auf diese Fragen wollten nicht nur gestandene Tourismusmanager wissen, sondern auch ein ganzer Studiengang: Studentinnen und Studenten, die Tourismus an der Fachhochschule Stralsund belegen, waren mitsamt Professoren angereist.

Ein ausgesprochen humorvoller wie aufschlussreicher Vortrag des Berliner Medienberaters Roland Schmidt war der ideale Auftakt für die Konferenz: Schmidt erläuterte an einem fiktiven, aber sehr detailliert aufgeschlüsseltem Beispiel die Synergien zwischen medial bekannten Drehorten und dem dortigen Tourismus und illustrierte diese Potentiale anhand klassischer Malerei. Damit machte Schmidt auch deutlich, dass Abbildungen schon immer die Vorstellungen von Ländern und Regionen geprägt haben.

Anhand von Beispielen aus dem „Usedom-Krimi“, der „SOKO Wismar“, aus Tirol oder dem TOP-Drehort Heiligendamm an der mecklenburgischen Küste wurde deutlich, dass Film und Fernsehen den Bekanntheitsgrad für eine Region oder einen Drehort messbar erhöht. Die Experten merkten aber auch an, das dafür gerade in der Hochsaison viele logistische Anstrengungen nötig sind, um die Ansprüche eines Filmteams mit denen der „normalen“ Gäste zu koordinieren. Roland Gerhardt, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Locationscouts machte aus seiner professionellen Perspektive klar, wie Mecklenburg-Vorpommerns Drehorte in Konkurrenz zu den anderen Bundesländern stehen und welche Schwierigkeiten es ausgerechnet bei den besonders reizvollen Motiven des Landes wie natürliche Strände und Dünen gibt, z. B., eine Drehgenehmigung zu bekommen. Die fehlende wirtschaftliche Filmförderung bringe ebenfalls Nachteile für den Drehstandort MV.

Die Vertreter der Politik waren sich bei der anschließenden Runde in diesem Punkt einig. Sowohl Maika Friemann-Jennert von der CDU, als auch die Fraktionsvorsitzenden der LINKEN, Helmut Holter und Jürgen Suhr von Bündnis90/Die Grünen wollen sich für eine Widereinführung der wirtschaftlichen Filmförderung einsetzen. Dafür sprechen die zu erwartenden hohen Regionaleffekte, die damit verbundenen attraktiven Medienarbeitsplätze und der Imagegewinn des Landes. Den Produzenten aus MV entgehen ohne regionale Förderungen vom Land auch Filmfördermittel des Bundes und der EU sowie Sendermittel und Projekte, die NDR und ZDF in den benachbarten Bundesländern bei den Filmförderungen in Hamburg/Schleswig-Holstein und Niedersachsen/Bremen einbringen.

Der zweite Branchentag widmete sich stärker dem Business. Produzenten sahen unterschiedliche Beispiele von Webserien und erhielten aktuelle Informationen über Genre, Zielpublikum, Technologien und Finanzierungsmodelle von Webserien. Kurze Formate, die insbesondere von der jungen Generation auch mal schnell an der Bushaltestelle angeschaut werden können, liegen im Trend. Vom weltweiten wachsenden Markt dieser Independent-Szene berichtete die amerikanischen Webserienkennerin Meredith Burkholder, Gründerin des WebFests Berlin. Regisseur Johann Buchholz arbeitet bei seiner Serie „Paare“ für ARTE mit hochkarätigen deutschen Schauspielern auf seinem heimischem Sofa und Produzent Thomas Wüstemann setzt bei der Umsetzung von Auftragsreportagen 360-Grad-Kameras ein, die z.B. für authentische Rundumbilder von Flüchtlingslagern zum Einsatz kamen.

Um den Produzenten und Gästen des Filmkunstfestivals aktuelle Fernsehformate vorzustellen, waren drei spannende TV-Redakteure nach Schwerin gekommen. Daniela Mussgiller, die neben dem „Polizeiruf 110 aus Rostock auch die Nachwuchsfilmreihe „Nordlichter“ verantwortet, warb ausdrücklich dafür, authentische Filmideen aus Mecklenburg-Vorpommern einzureichen. Auch Ulrike Dotzer, Redaktionsleiterin von ARTE beim NDR gab Einblicke in die Themen, die gesucht werden. Besonders ermutigend der Auftritt von Jörg Schneider vom ZDF-Kleines Fernsehspiel, der für den Programmplatz Montagnacht sowohl Spielfilmideen, Dokus und außergewöhnliche Formate mitverantwortet. Seine Redaktion ist bekannt für die Entdeckung neuer Talente. Dass diese nicht immer von einer Filmhochschule kommen müssen, ist auch eine Chance für Kreative aus Mecklenburg-Vorpommern.

Die Branchenkonferenz FILM & MEDIEN ist eine Veranstaltung der FILM COMMISSION MV mit Unterstützung der Landeshauptstadt Schwerin und der Konrad-Adenauer-Stiftung

Eine große Abschlussfeier mit elf Preisverleihungen, vielen prominenten Gästen und stimmungsvollen Rede- und Musikbeiträgen war am Samstagabend, den 7.5.2016, der würdige Höhepunkt eines erfolgreichen 26. Festivaljahrgangs. In seiner Rede während der Preisverleihung bekannte sich Ministerpräsident Erwin Sellering zum Filmland Mecklenburg-Vorpommern und betonte die vielfältige Unterstützung für Filmproduktionen und Festivals im Bundesland.

Der Hauptpreis des Spielfilmwettbewerbs, der vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit 10.000 Euro dotierte „Fliegende Ochse“, ging an die österreichische Produktion „Thank You For Bombing“ (Regie: Barbara Eder, Verleih: Premium Films), der eindringlich den Alltag von Kriegsreportern in Kabul schildert.

Große Gewinnerin bei der Gala war die Regisseurin und Ko-Autorin des deutschen Schwangerschafts-dramas „24 Wochen“, Anne Zohra Berrached, die gleich drei Preise auf der Bühne des Großen Saals im Filmpalast Capitol entgegennehmen konnte: den mit 5.000 Euro dotierten NDR-Regiepreis, den mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis der DEFA-Stiftung und den mit 2.500 Euro dotierten und von der Schweriner Volkszeitung gestifteten Publikumspreis. „24 Wochen“ startet am 22.9.2016 im Verleih von Neue Visionen bundesweit im Kino.

„Parchim International“ (Regie: Stefan Eberlein und Manuel Fenn; Kinostart: 19. Mai 2016) über einen chinesischen Großinvestor in der mecklenburgischen Provinz erhielt den Preis für den besten Dokumentarfilm des Wettbewerbs ex aequo zusammen mit „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ über Begegnungen in Nordkorea von Regisseurin Sung-Hyung Cho (Verleih: Farbfilm, Start 14.7.2016).

Die Kurzfilmjury entschied sich für den deutschen Kurzfilm „Kaputt“. Darin erzählen die Regisseure Volker Schlecht und Alexander Lahl in animierter Form über Schicksale im Frauengefängnis Burg Hoheneck in der DDR.

Der Ehrengast, die Schauspielerin Christine Schorn, nahm den „Goldenen Ochsen“ aus den Händen des Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrn des Festivals, Erwin Sellering, entgegen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig übergab zusammen mit Jugendlichen aus Schwerin und aus Flüchtlingsfamilien den Preis an den besten Jugendfilm des Wettbewerbs: „Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel“ (Regie: Florian Schnell) erzählt von einem Videogame-begeisterten Jungen, der sich in der realen Welt bewähren muss. Schnell nahm den Preis zusammen mit seinen Schauspielern entgegen.

Trotz Himmelfahrt und strahlenden Sommerwetters konnten mit rund 17.000 Besuchern ähnliche Zahlen wie im Jubiläumsjahr 2015 (18.000) erreicht werden. Zu sehen waren insgesamt 131 Filme in mehr als 147 Einzelveranstaltungen an sechs Tagen.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte ein beliebter Gast des FILMKUNSTFESTs MV: Andreas Pasternack. Der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Saxophonist und Jazz-Musiker, Gründer des Rostocker Jazz-Clubs und Moderator der Sendung „Jazz-Time“ im NDR Hörfunk hat sich ganz den Swing- und Jazzrhythmen der 20er bis 50er Jahre verschrieben. Ein weiterer treuer Freund des FILMKUNSTFESTs MV übernimmt die Moderation der Preisverleihung: Filmjournalist Knut Elstermann (Radio1).

„Die ersten sommerlichen Tage sind für Kinomacher in der Regel eine echte Herausforderung. Die filmverrückten Schweriner haben uns trotzdem nicht im Stich gelassen. Das ist ein eindeutiger Liebesbeweis und spricht für die Attraktivität des Programms“, freut sich der Künstlerische Leiter und Geschäftsführer der veranstaltenden FILMLAND MV gGmbH, Volker Kufahl.

Eine große Abschlussfeier mit elf Preisverleihungen, vielen prominenten Gästen und stimmungsvollen Rede- und Musikbeiträgen war am Samstagabend, den 7.5.2016, der würdige Höhepunkt eines erfolgreichen 26. Festivaljahrgangs.

In seiner Rede während der Preisverleihung bekannte sich Ministerpräsident Erwin Sellering, Schirmherr des FILMKUNSTFESTs MV, zum Filmland Mecklenburg-Vorpommern und betonte die vielfältige Unterstützung für Filmproduktionen und Festivals im Bundesland.

Trotz Himmelfahrt und strahlenden Sommerwetters konnten mit rund 17.000 Besuchern ähnliche Zahlen wie im Jubiläumsjahr 2015 (18.000) erreicht werden. Zu sehen waren insgesamt 131 Filme in mehr als 147 Einzelveranstaltungen an sechs Tagen.

„Die ersten sommerlichen Tage sind für Kinomacher in der Regel eine echte Herausforderung. Die filmverrückten Schweriner haben uns trotzdem nicht im Stich gelassen. Das ist ein eindeutiger Liebesbeweis und spricht für die Attraktivität des Programms“, freut sich der Künstlerische Leiter und Geschäftsführer der veranstaltenden FILMLAND MV gGmbH, Volker Kufahl.

Auch die internationalen Programmreihen zum Gastland Belgien und „Focus Baltic Sea“ wurden gut angenommen. Der am besten besuchte Film war mit Abstand der Dokumentarfilm „Rabbi Wolff“, den Regisseurin Britta Wauer zusammen mit ihrem Protagonisten William Wolff zur Eröffnung des FILMKUNSTFESTs MV am 3. Mai präsentierte. Der gute Spirit des Films setzte sich auf dem Festival fort, zu dessen Highlights das umjubelte Stummfilmkonzert „Die Austernprinzessin“ (Regie: Ernst Lubitsch, 1919) der Flat Earth Society aus Gent/Belgien gehörte. Traditionell hervorragend besucht waren die Vorführungen des NDR und die Kurzfilmnacht.

Die informativen Late-Night-Talks von „Kino-King“ Knut Elstermann mit Filmgästen wie Luise Heyer und Odine Johne sorgten bis weit in die Nacht für ein volles Festivalcafé Platon in der Schweriner Innenstadt. Auf reges Interesse stießen die vier politischen Gesprächsrunden, die zusammen mit politischen Stiftungen und der Landeszentrale für politische Bildung im Anschluss an die Filmaufführungen stattfanden.