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Erfolgreicher Start der Schweriner Architektur-Filmtage

Robert Erdmann, Andreas Thiele, Maix Mayer und Volker Kufahl (v.l.n.r.; Foto: LGE)

Experten sind sich einig „DDR – Architektur muss neu bewertet werden!“

Am 11. und 12. November 2017 fanden im Filmpalast Capitol die Ersten Schweriner Architektur-Filmtage statt. Rund 150 Kinobesucher und spannende Gesprächsgäste kamen an beiden Tagen, um sich mit dem Thema Architektur im Film auseinander zu setzen.

Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH sagte: „Wir freuen uns, dass wir so viele Schwerinerinnen und Schweriner ins Kino locken und nicht nur das Fachpublikum für unsere Ersten Schweriner Architektur Filmtage begeistern konnten. Mit dem Programmschwerpunkt wollten wir das Werk des Bauingenieurs Ulrich Müther, ein herausragender Vertreter der architektonischen Moderne in Deutschland und Pionier des Betonschalenbaus aus Mecklenburg-Vorpommern würdigen und das Bewusstsein für eine besondere Facette der DDR-Architektur als baukulturelles Erbe in unserem Bundesland fördern.“ In 2017 jährt sich der zehnte Todestag von Müther, daher der Fokus auf den innovativen Ingenieur.

Zu den markantesten Gebäuden, die Müther im Spritzbetonverfahren herstellen ließ, zählt die Rettungsstation in seinem Geburts- und Sterbeort Binz. Weiterhin bekannt sind der „Teepott“ in Warnemünde, die „Seerose“ von Potsdam oder der „Musikpavillon“ von Sassnitz. Aber auch in Schwerin befindet sich ein Bau von Müther, das vor 45 Jahren eröffnete Restaurant „Panorama“, gegenüber der Kongresshalle, das zurzeit nicht genutzt wird. Dieses Gebäude und weitere Bauwerke wurden in dem Dokumentarfilm „Schalenterritorien - Notationen zu Ulrich Müther" von 2017, der am Samstag gezeigt wurde und in dem Film "Für den Schwung sind Sie zuständig" von 2003, präsentiert.

Im Anschluss an die Filme gab es interessante Filmgespräche, u.a. mit Maix Mayer, Regisseur des Films „Schalenterritorien“, mit Marco Voß von der FILM COMMISSION MV, Andreas Thiele, Stadtplaner der Landeshauptstadt Schwerin, Dr. Peter Hajyny, Vizepräsident der Architektenkammer MV, Michael Bräuer, Architekt, Städtebauer und Vorsitzender der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz und mit Belinda Rukschcio, Architektin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundesstiftung Baukultur. Die Experten waren sich einig, dass ein differenzierter Blick auf die DDR-Baugeschichte notwendig ist, wie das Beispiel Müther zeigt. Mittlerweile setzt ein Wandel in der Beurteilung des „DDR-Städtebaus und Architektur“ ein, der nicht nur die kritischen Aspekte in den Vordergrund rückt, sondern auch die Qualitäten. „Manchmal ist ein zeitlicher Abstand notwendig, um unvoreingenommen jüngste Baugeschichte zu würdigen“, so ein Fazit der Experten.

Als Spielfilm wurde am Samstag Roman Polanskis teilweise in Mecklenburg-Vorpommern gedrehter Politthriller „Der Ghostwriter“ (2010) aufgeführt.

Robert Erdmann resümierte: „Es hat Spaß gemacht, die Ersten Schweriner Architektur Filmtage mit zu veranstalten. Wir denken über eine Fortführung im kommenden Jahr nach, denn es gibt noch viele tolle und interessante Filme mit Bezug zu unserer Stadt oder zu Mecklenburg-Vorpommern, die wir dem Schweriner Publikum zeigen möchten. Wir betrachten dieses Veranstaltungsformat als Beitrag zur Baukulturdebatte in unserem Land.“

Die Schweriner Architektur Filmtage wurden auf Initiative der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH gemeinsam mit der FILMLAND MV gGmbH, der Landeshauptstadt Schwerin und der Architektengruppe Schwerin veranstaltet.

Das ausführliche Programm der Schweriner Architektur-Filmtage finden Sie auf der Homepage der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH: www.lge-mv.de/.