Pressemitteilung vom 14.11.2017
 

SchulKinoWochen Mecklenburg-Vorpommern 2017 mit über 17.500 Teilnehmern beendet

Aufgrund der großen Nachfrage spielen einige Kinos, z.B. in Zinnowitz auf Usedom und in Boizenburg, auch in dieser Woche noch Filme für angemeldete Schulklassen. Auch die Vorführer des mobilen Kinos sind in dieser Woche noch in Regionen im Einsatz, in denen kein Kino mehr vorhanden ist. Am Ende der Woche werden 480 einzelne Vorführungen an 29 verschiedenen Spielstätten stattgefunden haben.

„Bereits zum dritten Mal in Folge haben wir bei der SchulKinoWoche Mecklenburg-Vorpommern die Marke von 17.000 Besuchern überschritten, was rund 535 angemeldeten Schulklassen entspricht. Diese Zahl ist angesichts der weiten Wege, die einige Schulklassen auf dem Weg zu einem Kino zurücklegen müssen, besonders beachtlich“, freut sich im Namen der Veranstalter, der VISION KINO und der FILMLAND MV gGmbH, der Projektleiter der SchulKinoWoche, Max-Peter Heyne. „Zum Beispiel haben Schulklassen aus Remplin für eine Vorführung fünfeinhalb Kilometer zu Fuß zum Kino in Malchin zurückgelegt – und das ist kein Einzelfall“.

Die beliebtesten Titel in diesem Jahr waren die deutschen Abenteuerfilme „Timm Thaler“ mit 1394 Besuchern, „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ (1336 Besucher), „Tschick“ (1131 Besucher), der Animationsfilm „Findet Dorie“ (1050 Besucher) und die deutsche Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ mit 1049 Zuschauern. Die am stärksten gebuchten Kinos waren die CineStars in Rostock (Capitol), Neubrandenburg und Stralsund und auf Platz vier dank des besonderen Engagements der Betreiber das Kino in Boizenburg an der Elbe.

Die Besuche von Filmschaffenden, Wissenschaftlern und Medienpädagogen, die mit aktiver Unterstützung vieler Partner, darunter der Bundes- und Landeszentrale für politische Bildung sowie weiteren Partnern ausgerichtet wurden, fanden ein positives Echo bei der Schüler- und Lehrerschaft. Insgesamt fanden 23 Sonderveranstaltungen an elf Spielstätten, aber auch direkt in Schulen im Lande statt. Darunter waren Gespräche mit Wissenschaftlern und Medienpädagogen zu Spiel- und Dokumentarfilmen in Rostock, Schwerin und Stralsund, aber auch in Malchin, Boizenburg, Ribnitz-Damgarten und Sassnitz. Insbesondere die Auftritte von Vertretern des Filmteams des aktuellen deutschen Jugendfilms „Amelie rennt“ in Wismar und anschließend in Rostock, Boizenburg, Schwerin und Anklam bereitete allen Beteiligten viel Freude.

Zur Eröffnung der SchulKinoWochen MV in Wismar am 6.11. waren neben „Amelie rennt“-Regisseur Tobias Wiemann, der aus Torgelow stammt, Drehbuchautorin Natja Brunckhorst, Schauspielerin Susanne Bormann und Kinderdarstellerin Shenia Pitschmann als Vertreter der Landespolitik auch der Chef der Staatskanzlei, Dr. Christian Frenzel, im CineStar-Kino zu Gast. Dr. Frenzel übermittelte Grüße der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und zeigte sich im Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen erfreut, dass Kino bei der jüngsten Generation nach wie vor eine beliebte Freizeitbeschäftigung ist. Dr. Frenzel betonte in diesem Zusammenhang die wichtige Rolle der SchulKinoWochen für die Unterstützung der Kinos als Orte der Filmkultur in Mecklenburg-Vorpommern.

Eröffnung der SKW MV mit Michael Jahn (VISION KINO), Shenia Pitschmann (Schauspielerin), Dr. Christian Frenzel (Staatskanzlei MV), Natja Brunckhorst (Drehbuch), Susanne Bormann (Schauspielerin), Tobias Wiemann (Regisseur), M-P. Heyne (FILMLAND MV) mit dem Film "Amelie rennt" ©Lehmann/FILMLAND MV

Das Filmteam beantwortete viele, zum Teil detaillierte Fragen der jungen Zuschauer und ihrer Lehrer/innen, die von der Mut machenden Geschichte eines asthmakranken Mädchens, das über sich hinauswächst, inspiriert waren, über Lebenssinn und –qualität nachzudenken. Dazu gehörte auch eine Klasse des Förderzentrums für Körperbehinderte in Schwerin, mit der Natja Brunckhorst ein angeregtes Gespräch führte. Klassen mit Schüler/innen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen waren in diesem Jahr überdurchschnittlich stark vertreten. Die Lehrerin einer Klasse von Hörgeschädigten aus Güstrow lobte die Initiativen zur Inklusion, die während der SchulKinoWoche organisiert wurden, und bedankte sich „ganz herzlich dafür“, dass ihre „hörgeschädigten Schüler auch in diesem Jahr in den vollen Filmgenuss kommen konnten“.

Auf großes Interesse stieß am vergangenen Freitag der Besuch der jungen Schauspielerin Shenia Pitschmann im Kino Center Anklam, wo einhundert Schüler/innen des örtlichen Gymnasiums sich sehr darüber freuten, dass eine Gleichaltrige zu ihnen sprach, Anekdoten über die Dreharbeiten berichtete und bereitwillig viele Selfie- und Autogrammwünsche erfüllte.

Die Meeresforscher Dr. Wolfgang Wranik und Prof. Dr. Hans Burchard von der Universität Rostock besuchten verschiedene Kinos, wo sie mit den Schüler/innen anlässlich des zu Ende gehenden Wissenschaftsjahres 2016*17„Meere und Ozeane“ über die angebotenen Filme mit Umwelt- und Klimathemen diskutierten. Dr. Wranik verblüffte hunderte Grundschüler, wann immer er Präparate mit konserviertem Meeresgetier aus seiner Tasche zog.

Die neue Sonderreihe „17 Ziele – EINE Zukunft“, die in Kooperation mit Engagement Global und dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ Filme zu globalen Themen wie Ernährung, Bildung und Nachhaltigkeit präsentiert, wurde von Gesprächen mit Hartmut Kowsky begleitet. Er berichtete Grund- ebenso wie Berufsschülern von seinen Erfahrungen als ehemaliger Entwicklungshelfer in Afrika und Asien.

Einige der besucherstärksten Vorführungen mit über 200 Besuchern verzeichneten wieder die Dokumentarfilme „Vierzehn“ und „Achtzehn“ über minderjährige Mütter. Cornelia Grünberg berichtete über ihre Arbeit als Regisseurin, Katharina Zillmer von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV führte mit Vertretern lokaler Beratungsstellen in den Kinos Gespräche mit den Schüler/innen.

Die Vorführer mit mobiler Technik besuchten u.a. Güstrow, den Norden Rügens (Altenkirchen), die Halbinsel Darß und Wusterhusen bei Lubmin.

Schulklassen vor dem Kino in Boizenburg. ©Heyne/FILMLAND MV